Kampf gegen Lärm am Sachsenring geht weiter

Am Dienstag besuchte ein Mitglied des Petitionsausschusses im Landtag Anwohner vor Ort. Es zeichnet sich eine erste Lösung in dem Konflikt ab.

Hohenstein-Ernstthal.

Es ist laut. Man versteht zwar noch sein eigenes Wort, aber wenn man den Lärm fast den gesamten Tag zu ertragen hat, dann ist man bedient.

Landtagsabgeordnete Iris Raether-Lordieck (SPD), Mitglied im Petitionsausschuss des sächsischen Parlamentes, hat sich am Dienstag in Hohenstein-Ernstthal und Hermsdorf mit Anwohnern des Verkehrssicherheitszentrums "Am Sachsenring" getroffen. Auch Vertreter der Landesdirektion, des Landesamtes für Umwelt und des Umweltministeriums sowie OB Lars Kluge (CDU) waren dabei. Die Bürgerinitiative gegen den Lärm am Sachsenring hatte im Herbst des vergangenen Jahres eine Petition beim Landtag mit 1600 Unterschriften eingereicht. Die Forderungen: besserer Lärmschutz, eingeschränkte Fahrzeiten.

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Ulrich Wünsch gehört zu den Anwohnern. Bei ihm im Garten am Haus fand der erste Vor-Ort-Termin statt. Es ist kurz nach 10 Uhr und laut, und man hört die Motoren vom Sachsenring hautnah. "Aber heute geht es noch. Häufig ist es schlimmer", sagt er. Das Traurige sei: Jetzt habe die Gartensaison begonnen. Aber ausgerechnet jetzt nehme auch der Lärm auf dem Sachsenring wieder zu. Da könne man einpacken. Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit Behörden und Vertreter des Verkehrssicherheitszentrums darauf berufen, dass gesetzliche Richtwerte eingehalten werden. "Aber wenn man trotzdem die Fenster schließen muss, dann ist an den Gesetzen etwas faul", sagte Wünsch weiter. In dem Gespräch wurde zum ersten Mal öffentlich bekannt, dass einigen Anwohnern Geld gezahlt wurde, damit sie die Lärmbelästigung hinnehmen. "Damit wurde auch viel Unfrieden unter uns Betroffenen gestiftet", sagte Karla Anders. Bei ihr fand der zweite Vor-Ort-Termin statt. Karla Anders wohnt in Hermsdorf. Aber sie zieht mit ihrem Mann nach Gersdorf, das Ehepaar hält es nicht mehr aus. "Es ist keine Lebensqualität mehr", sagte die Frau. Vor Ort konnten sich die Besucher von der Lärmbelästigung überzeugen.

Landtagsabgeordnete Raether-Lordieck ist als Mitglied des Petitionsausschusses so eine Art Streitschlichterin. "Ich möchte, dass wir eine Lösung finden", sagte sie. Sie fungiert quasi als Vermittlerin zwischen Behörden und den Anwohnern. Im Anschluss an die beiden Vor-Ort-Termine fand noch ein Gespräch im Rathaus hinter verschlossenen Türen statt.

Die Landtagsabgeordnete sagte danach der "Freien Presse": "Es zeichnet sich eine erste Lösung ab. Wir können bei dem Thema Lärmschutz ein gutes Resultat erzielen." So wurde darüber gesprochen, keine gewöhnlichen Lärmschutzwände aufzustellen, sondern spezielle Leichtbaukonstruktionen zu entwickeln. Da müssten bei den Kosten Kommune und Verkehrssicherheitszentrum mit ins Boot geholt werden, sagte sie weiter.

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