Kampf ums Überleben der Grünflächen

Fünf Mitarbeiter des Bauhofs fahren in Vollzeit Einsätze gegen die Trockenheit. Doch wo kommt das ganze Wasser her?

Hohenstein-Ernstthal.

Bei den Mitarbeitern des Städtischen Bauhofs herrscht seit Anfang Juni Ausnahmezustand. Wegen der anhaltenden Hitze sind vier Einsatzfahrzeuge von Montag bis Sonntag unterwegs, um Wiesen, Blumenbeete, Bäume und Grünanlagen im Stadtgebiet vor dem Verdorren zu bewahren. "Die Trockenheit stellt uns dieses Jahr vor eine besonders große Herausforderung", sagt Bauhofleiter Manfred Dietz. Einen ähnlichen Einsatzplan hatte es im Jahr 2016 gegeben. "Die Leute haben aber das Gefühl, so heiß wie dieses Jahr war es noch nie", so Dietz.

Der Rhododendronpark am Pfaffenberg stellt einen besonderen Einsatzschwerpunkt dar. Etwa 7000 Liter Wasser werden dort täglich vergossen, um die beliebten Heidekrautgewächse am Leben zu erhalten. Doch es bleibt ein Kampf: "An den Pflanzen sind schon deutlich sichtbare Schäden aufgetreten", sagt Dietz. Auch die eigentlich robusten Ginkgos am alten Güterbahnhof benötigen dringend Wasser. Die jungen Exemplare der ursprünglich aus China stammenden Baumart konnten mit ihren Wurzeln bislang nicht tief genug ins Erdreich eindringen. "Wir möchten diese tollen Bäume daher schützen, bis sie sich selber versorgen können", so Dietz.

Über 40.000 Liter Wasser benötigt der Bauhof täglich zum Gießen. Mehr als die Hälfte davon, um Spielplätze, Schulhöfe und Sportanlagen vor dem Austrocknen zu schützen. Der städtische Betrieb hat extra zwei Multicars, einen Unimog und ein VW-Pritschenfahrzeug mit Wassertanks, Pumpen und Notstromaggregaten ausrüsten lassen. Mit 3500 Litern Fassungsvermögen schafft der Unimog nun drei Touren pro Tag.

Den fünf Mitarbeitern des Bauhofs, die in Vollzeit das Stadtgebiet bewässern, bleibt jetzt weniger Zeit für andere Aufgaben. Das Spülen der Gullys sei wegen des Wassermangels jedoch nicht nötig, sagt Manfred Dietz. "Und das Gras verbrennt häufig eh bei der Hitze, da brauchen wir nicht extra zu mähen."

Über eine Million Liter Wasser benötigte der Bauhof bislang für die Gießmission. "Dafür verwenden wir selbstverständlich kein Trinkwasser", sagt Dietz. Stattdessen werden die Wassertanks der Fahrzeuge nach jeder Tour am Teichplatz wieder aufgefüllt. Die dortige Zisterne wird aus dem Lampertus-Stollen gespeist und fülle sich bislang bis zum Morgen immer wieder mit Wasser. Manfred Dietz glaubt, dass dies noch eine Weile so bleiben wird. "alls die Leute sich wundern, wo das ganze Wasser herkommt, es kommt aus dem Berg, nicht aus der Leitung."

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