Kanoniere lassen's gern krachen

Von einem schnellen jungen Mann, moderner Technik fürs Alter und einer eingeschworenen Truppe, die wirklich der Kracher ist.

Max Günther (18), der "Rookie" aus Hohenstein-Ernstthal, hat beim Rennteam Lubner Motorsport aus Georgenthal in Thüringen den Gasfuß richtig in die Tür gekriegt. Ganz so unerfahren ist er allerdings nicht mehr, wie der Begriff "Rookie" vermuten lässt. Mit 15 Jahren drehte der Schüler des Lessinggymnasiums in Hohenstein-Ernstthal schon schnelle Runden beim Kia Lotos Cup, eine polnischen Rennserie. Mit der 100 PS-Rennsemmel fuhr er zuletzt sogar um Podiumsplätze. Inzwischen fährt er mit 350 PS unter der Motorhaube eines Opel Astra OPC auf internationalen Pisten. Und zwar von Erfolg zu Erfolg. Dabei hat er mit Andrea Sabbatini und Christian Puth zwei Routiniers an seiner Seite, die sich mit ihm stets in die 400 km-Distanz der Rennen in der NES 500 hineinteilen. Am letzten August-Wochenende fuhr das Trio auf der Rennstrecke im niederländischen Assen um den Hansapokal der Stadt Hamburg. Dabei fuhr der Hohenstein-Ernstthaler den Start-Stint. Auf Platz 1 der Klassenwertung der Klasse NES 600 und als Gesamtfünfter konnte er das Auto an den nächsten Piloten übergeben. Zehn Minuten vor Schluss schien die Führung verloren. "Doch zum Rennen auf der Langstrecke gehört auch eine gute Renneinteilung", sagt Günther. In der letzten Runde ging dem gegnerischen BMW der Sprit aus. Das bedeutete für Max Günther und seine Mitstreiter: Klassensieg. Damit stand das Team zum ersten Mal in der Saison auf dem obersten Treppchen. (hpk)

Die Kanoniere von der 1. Lichtensteiner Kanonierkompanie feiern in diesem Jahr eine Schnapszahl. Schon 22 Jahre gibt es die Raubeine von der historischen Artillerie. Entstanden ist die böllerfreudige Truppe aus einem Teil des Lichtensteiner Schützenvereins. Die Kompanie besteht aus elf Kanonieren und sechs Marketenderinnen. Die haben sich die Bewahrung des Brauchtums auf die Fahne geschrieben. Dabei geht es vor allem ums Kanonenböllern und ums Vorderladerschießen. Beides ist richtig laut. Das durften kürzlich auch wieder die Lichtensteiner zur Schlössernacht erleben. Die Kompanie rückt natürlich immer stilecht in der Uniform des Kurfürstlich Sächsischen Feldartilleriekorps von 1756 an. Das feuerspuckende Monster ist übrigens der Nachbau einer französischen Beutekanone um 1750 samt Pulverwagen. Die Vereinsmitglieder Uwe Braune und Uwe Lippmann haben sie gebaut. Sie ist 3,20 Meter lang und 550 Kilogramm schwer - Kaliber 70 Millimeter. Natürlich werden heute nicht mehr Kugeln mit Schwarzpulver verschossen. Ihre Ladung besteht aus 240 Gramm Böllerpulver und 40 Gramm Verdämmung. Und weil die Kanoniere regelmäßig den Pulverdampf runterspülen müssen, treffen sie sich jeden Freitag im Standquartier, dem Lichtensteiner Ratskeller. (hpk)

Tobias Lang (36) war am Mittwoch im Oberlungwitzer Seniorenpflegeheim der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu Gast, um die Mitarbeiter im Umgang mit modernsten Hilfsmitteln zu schulen. Denn eines der Bäder im Haus wurde komplett umgebaut und ist nach Awo-Angaben nun das Modernste in Sachsen. "Diese Technik haben wir erstmals eingebaut", sagt Lang, der selbst schon in der Altenpflege gearbeitet hat und die Herausforderungen kennt. Unter anderem verfügt das Bad in der Station im zweiten Obergeschoss nun über ein sogenanntes Duschbett, einen speziellen Stuhl und Hebetechnik, mit der auch in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkte Bewohner einfach transportiert werden können. Durch Fernsteuerungen und die weiterentwickelte Akkutechnik ist auch die nötige Flexibilität gegeben. "Die Leute werden heute eher geduscht als gebadet, obwohl es natürlich auch die gibt, die jeden Freitag in die Badewanne wollen", weiß Lang. Zwei klassische Pflegebäder gibt es in der Einrichtung ebenfalls noch. In die neue Technik wurden rund 20.000 Euro investiert. Zudem waren für den Umbau der Räumlichkeiten und der Sanitärtechnik etwa 30.000 Euro nötig. Die Betreiber sind überzeugt, dass es eine lohnende Investition war. (mpf)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...