Keiner darf Dalí-Ausstellung sehen

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Eine außergewöhnliche Präsentationen ist in Waldenburg aufgebaut worden. Doch die Originale und Fälschungen des berühmten Surrealisten müssen dem Publikum verborgen bleiben.

Waldenburg.

Die Ausstellung ist einmalig - davon ist zumindest Helmut Rebmann überzeugt. Und er sollte es wissen. Rebmann ist seit 40 Jahren Kunstsammler, und das, was er im Schloss Waldenburg als Leihgabe zeigen will, hat es seinen Worten nach so noch nicht gegeben. Unter dem Motto "Tatort Dalí" sind Originale und Fälschungen des weltbekannten Surrealisten zu sehen. Nein, das ist nicht ganz richtig. Sie würden zu sehen sein, wenn es die neuen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes nicht gäbe. Denn das Schloss Waldenburg ist, wie andere Museen, Galerien und Einrichtungen auch, komplett geschlossen. Der Paragraf 28b des Infektionsschutzgesetzes legt das so fest.

Die Ausstellung mit etwa 60 Dalí-Originalen und Fälschungen ist bereits aufgebaut, die Werbetrommel wurde gerührt, an der Muldenbrücke ist ein riesiges Plakat zu sehen, das auf die Schau im Schloss hinweist. "Am 30. April sollte sie eröffnet werden", sagt Ina Klemm, Geschäftsführerin der kreiseigenen Tourismus und Sport GmbH, die neben dem Stausee Oberwald und der Sachsenlandhalle in Glauchau auch das Schloss Waldenburg betreibt. Doch die Dalí-Ausstellung - normalerweise wäre sie wohl ein Publikumsmagnet - bleibt ohne Besucher. Als vor drei Jahren im Schloss Glauchau Bilder von Salvador Dalí zu sehen waren, gab es mehrere tausend Gäste. Das Schloss Waldenburg kann laut Ina Klemm erst wieder öffnen, wenn die Inzidenzzahl im Landkreis mehrere Tage hintereinander weniger als 100 beträgt. Dann soll ohne großes Tamtam die Ausstellung eröffnet und nach jetzigem Stand der Dinge bis Ende August gezeigt werden. Und, die Schau sei tatsächlich sehenswert. Zum Vergleich sind die Originale und die Fälschungen nebeneinander aufgehängt worden.

"Das ist natürlich ein großes Drama, dass die Ausstellung momentan keiner sehen kann", sagt Kunstsammler Helmut Rebmann, der bei Ludwigsburg lebt und vor drei Jahren gemeinsam mit dem damaligen Glauchauer Museumsleiter eine Ausstellung mit originalen Werken von Dalí im Schloss Glauchau bestritt. Über Thorsten Dahlberg sei nun auch der Kontakt nach Waldenburg hergestellt worden. Und das Schloss Waldenburg sei für eine solche Präsentation ideal, doch leider kann sie im Moment niemand sehen. Rebmann sichert zu, dass er die Bilder zwei oder drei Monate länger zur Verfügung stellt, damit die Waldenburger Ausstellung notfalls verlängert werden kann.

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