Kinder schwärmen fürs Zwikkifaxx

Der Zwickauer Schwanenteich war am Samstag fest in Kinderhand: Mehr als 25.000 Besucher fanden Sport, Spiel und Spaß.

Zwickau.

Selbst am Abend beliebte Mario Eckl noch zu scherzen, nachdem er zum x-ten Mal gezeigt hatte, wie die Mülltonnen geleert werden. Das Auto der Abfallwirtschaft war einer der Renner beim Zwikkifaxx. Von früh weg wurde der Müllwagen belagert. War nichts mit Pause, nicht mal zum Nase pudern. "Wird alles rausgeschwitzt", witzelte der Mann in der orangefarbenen Hose.

25.000 Gäste waren es im Vorjahr. "Das dürften in diesem Jahr noch mehr gewesen sein", meinte Zwikkifaxx-Chefin Karin Berg am Abend. Ein Ansturm, mit dem offenbar auch einige Papierkörbe überfordert waren. Schon am Vormittag strömten die Menschen auf die Melzerwiese, sagte Steven Simmon, Sprecher der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft, der Erfinderin des größten Kinderfestes weit und breit. Alles sei friedlich verlaufen. Erstmals verstärkte ein Sicherheitsdienst das Ordnungsamt, in Karin Bergs Augen eine richtige Entscheidung. Alles blieb ruhig.

Mit Ausnahme des Rettungshubschraubers, der für manchen gar nicht laut genug sein konnte. Erst gegen 15.45 Uhr landete er am Schwanenteich. "Wir hatten von früh weg einen Einsatz nach dem anderen", erklärte der von einer Traube Fans umlagerte Notarzt Andreas Fichtner. Andrang auch bei den Royal Rangers, denen 16.30 Uhr allmählich das Holz ausging für die Bootsbauer. 16.30 Uhr hob das Farbteam von VW die Hände: Farbe alle. An den beiden Wagen, die die Kinder bemalen durften, war vom ursprünglichen Silber und Blau rein gar nichts mehr zu erkennen.


Stolz auf eine Urkunde

Lina Wolf (8) aus Zwickau, die mit ihrem Nachbarn Leon Denkmann (11) die ganze Runde um den Teich gedreht hatte, war kein bisschen müde. Beide hatten ordentlich Preise gescheffelt: "Frisbee, Buch, Schwert, Malbuch", zählte Leon auf. Lina gefiel am besten die Urkunde, die sie beim ADAC-Fahrradparcours bekam. "Die hänge ich in meinem Zimmer auf." Leon, alter Zwikkifax-Stammgast, war zuerst enttäuscht, dass der Zug, der im Vorjahr fuhr, nicht da war. Dafür entdeckte er eine Reifenrutsche. "Und die ist sogar noch besser", versicherte Leon, der mit Lina vom Trampolin bis zum Blutdruckmessen alles mitgemacht hatte.


"Hau den Lukas" kommt an

Vincent Hübner (8) aus Obercrinitz reihte sich in die Schlange beim Wasserlaufball der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau ein. Ganz geheuer waren ihm die Dinger, mit denen man übers Wasser kugelt, nicht. "Mal sehen, ob ich das mag." Sein Freund Felix Kargel war dagegen ganz heiß drauf. "Hau den Lukas" gefiel Vincent. "Da bin ich mit dem schweren und sogar mit dem leichten Hammer bis oben rangekommen. Und das mit dem leichten war viel schwerer", versicherte der Junge. Den Fahrradparcours fanden beide leicht. Die Röte im Gesicht kam nicht von der Sonne, sondern vom Boxen, verriet Vincent.


Kletterwand ist das Beste

Greta Gebhardt (9) aus Zwickau trug gestern ihr Herz auf dem rechten Oberarm - der Schminkstand war einer der ersten Anlaufpunkte für die August-Bebel-Schülerin. Sie war noch nie beim Zwikkifax gewesen. "Aber es gefällt mir sehr gut." Das Klettern an einer hohen Wand bekam von ihr die meisten Punkte. Selbst wenn sie zuvor eine halbe Stunde warten musste, bis sie an der Reihe war. "Es war ganz schön schwierig, da hochzukommen." Mit Quarkbällchen gestärkt ging es weiter zum Spielzeughändler, der am Samstag wohl das Geschäft seines Lebens mit kleinen Bällen machte, die beim Werfen groß werden.


Schminken fetzt am meisten

Emma Müller(6) aus Ebersbrunn war zwar schon mal beim Zwikkifax. Aber das weiß sie nur aus Erzählungen ihrer Mutter, die Baby Emma im Wagen schob, während Emmas große Brüder ihren Spaß hatten. Mutter wie Tochter gefiel das Fest richtig gut. Emma tanzte mit Polizeidino Poldi beim Fliegerlied "So ein schöner Tag" auf der Melzerwiese, war über Bänder gehüpft, warf auf Büchsen, ließ sich die Nägel glitzerlila und blau lackieren und - das Beste in ihren Augen - ließ sich als Katze schminken. Zehn Minuten in der Hitze still sitzen - kein Problem für die Erstklässlerin. Das hat sie schon in der Schule gelernt.

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