Kinderuni: Von Sternen, die vom Himmel fallen

Andrang herrschte zur ersten Vorlesung des Jahres im Schützenhaus in Hohenstein-Ernstthal. Der Wissenschaftler Jan Michael Lange sprach darüber, woher eigentlich Meteoriten kommen.

Hohenstein-Ernstthal.

Eltern und Großeltern kennen das: Die Fragen der Kinder können einen manchmal ganz schön in Verlegenheit bringen. Wie sieht es auf dem Mond aus? Wie schnell ist eine Sternschnuppe? Und wie groß sind Meteoriteneinschläge? Antworten auf diese Fragen gab Professor Jan Michael Lange auf der Vorlesung in der Kinderuni des Mehrgenerationenhauses am Donnerstag unter dem Titel "Sterne die vom Himmel fallen - Kosmische Katastrophen in der Erdgeschichte".

Lange ist Geologe und lehrt an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und Senckenberg. Über die vielen Fragen seines wissbegierigen Publikums freute er sich. "Mir macht es Spaß, mein Wissen an die Kinder weiterzugeben", sagte er. Im Gepäck hatte der Wissenschaftler allerlei Anschauungsmaterial. Darunter einen 15 Millionen Jahre alter Moldavit. "Moldavite sind Gesteinsbrocken von Meteoriteneinschlägen. Den ich mit dabei habe, stammt aus dem Gebiet Südböhmen in Tschechien", sagt er. Aber auch mit anderen Fakten beeindruckte er die Kinder. Beispielsweise, dass ein Asteroid eine Geschwindigkeit von 250.000 Kilometer pro Stunde erreichen kann und das der Charlevoix-Krater im kanadischen Québec einen Durchmesser von 54 Kilometer misst.

Unter den etwa 80 aufmerksamen jungen Zuhörern waren auch die 10-Jährige Aischat und der 8-Jährige Salman aus Hohenstein-Ernstthal. Die Geschwister waren das erste Mal bei einer Vorlesung der Kinderuni und waren etwas aufgeregt. Über ihren ersten Stempel in ihrem Studienbuch freuten sich die beiden besonders.

"Wer acht Vorlesungen besucht, darf sich am Ende ein Diplom an die Wand im Kinderzimmer nageln", sagt Barbara Mika. Seit drei Jahren ist die 66-Jährige die Cheforganisatorin der monatlich stattfindenden Kinderuni. "Das ist eine Menge Arbeit. Angefangen bei der Suche nach geeigneten Gastdozenten und Sponsoren, die uns finanziell unterstützen, bis hin zur Technik. Wenn ich aber sehe, wie begeistert die Kinder bei der Sache sind, motiviert mich das immer wieder aufs Neue", sagt sie. Die Kinderuni sieht sie als Ergänzung zur Schule. Jetzt schon plant die Westsächsin die Vorlesung für November: "Im Mittelpunkt dieser steht ein Naturthema. Ich denke, gerade jetzt ist es wichtig, die Kinder dafür zu sensibilisieren."

Die nächste Kinderuni, bei der es um das Mittelalter geht, findet am 6. Februar statt. Dann wird Prof. Dr. Christoph Fasbender von der TU Chemnitz vor den Teilnehmern stehen. Beginn ist 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus in der Logenstraße 2.

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