Kita hat Kneipp-Zertifikat erneut bekommen

Wie der Storchengang geht, wissen die Kinder aus dem DRK-Kindergarten ganz genau. Wasseranwendungen gehören für sie zum Alltag.

Glauchau.

Vor kühlem Wasser schrecken Paul und Karl, beide fünf Jahre alt, nicht zurück. Ihnen macht das Armbad Spaß. Wasseranwendungen nach Kneipp gehören im DRK-Kindergarten in der Johannisstraße in Glauchau zum Alltag. Deswegen wissen auch die beiden fünfjährigen Mädchen Luise und Lienne ganz genau, was Leiterin Katja Wienhold meint, wenn sie vom "Storchengang" spricht: Ein Bein muss immer über dem Wasser sein - und dann wird bis zehn gezählt. Seit 1998 beschäftigen sich die Pädagoginnen mit dem Konzept von Sebastian Kneipp, der das Wassertreten populär gemacht hat. Was zunächst als internes Projekt gestartet war, ist seit 2002 offiziell. "Damals sind wir zum ersten Mal vom Kneipp-Bund zertifiziert worden", sagt Leiterin Katja Wienhold. Seitdem weist eine Plakette mit einem lachenden Regentropfen am Eingang auf die besondere Ausrichtung hin. In regelmäßigen Abständen wird die Arbeit in der Kindertagesstätte vom Kneipp-Bund überprüft. Erst im Oktober wurde das Zertifikat erneuert.

Den DRK-Kindergarten besuchen 53 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. "Wir wollen mit den fünf Säulen nach Kneipp auf spielerische Weise ein Gesundheitsbewusstsein bei den Kindern fördern", sagt Katja Wienhold. Denn die Wasseranwendungen, zu denen auch Kniegüsse, Taulaufen und Schneetreten gehören, sind nur ein Teil des Konzepts. Die anderen Bestandteile sind Ernährung, Bewegung, seelisches Wohlbefinden und Kräuter. Deshalb gehört für die Kinder eine Teeverkostung auch schon mal genauso dazu, wie täglich frisches Essen aus der hauseigenen Küche, die auf saisonale und regionale Produkte achtet.


"Bei uns läuft alles auf freiwilliger Basis", sagt die Kita-Leiterin. Wenn ein Kind keine Lust auf die Anwendungen mit 18 bis 22 Grad kühlem Wasser hat, muss es nicht mitmachen. "Die Kinder sollen auch lernen, auf ihren Körper zu hören." Für kalte Füße ist kaltes Wasser nämlich tabu. Die meisten Kinder seien aber sehr neugierig und finden schnell Freude an dem Programm. "Armbäder machen wir mit den Kindern meistens vormittags, weil sie belebend wirken", sagt Wienhold. Zum Wassertreten geht es vor dem Mittagsschlaf. "Dann schlüpfen alle direkt danach mit ihren dicken Wollsocken ins Bett."

Beim Schneetreten und Taulaufen durch die Wiese machen die sechs Pädagoginnen auch häufig selbst mit. In ganz Sachsen gibt es derzeit 41 Kindertageseinrichtungen, die vom Kneipp-Bund mit Sitz in Bad Wörishofen in Bayern zertifiziert sind.

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