Kleiner Bach, große Baustelle

Unter der B 173 in Oberlungwitz muss ein Durchlass erneuert werden. Die Behörden wägen derzeit mehrere Varianten ab. Alle haben ihre Schattenseiten - vor allem für Kraftfahrer.

Oberlungwitz.

Es ist zwar kein Projekt der Stadtverwaltung Oberlungwitz, aber Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos) kündigte in der jüngsten Ratssitzung schon einmal an, dass der für seine Bauampeln entlang der B 173 berühmte Ort bald wieder vor einer Herausforderung steht. Im Bereich der Spindlerbrücke nahe dem Stadtwerkegebäude steht die Erneuerung eines maroden Durchlasses unter der Straße an. "Genießen sie jetzt noch die freie Durchfahrt", sagt Hetzel, in dessen Stadt derzeit Ampeln im Bereich Stollberger Straße, Hirschbrücke und Goldbachstraße sowie an der Einmündung Poststraße leuchten.

In der Ortsmitte könnte es im Zweifelsfall sogar mehr als nur neue Ampeln geben, denn das Bauvorhaben ist kompliziert. Obwohl der alte Durchlass unter der Straße, durch den Wasser aus einem kleinen Seitental aus Richtung Hohenstein-Ernstthal fließt, eher unscheinbar ist, stellt sich vor allem der Bauablauf als Herausforderung dar. "Das tatsächliche Bau-Zeitfenster wird durch behördliche Forderungen erheblich eingegrenzt: So müssen wir die ständige Befahrbarkeit der B 173, die Einhaltung der Fischschonzeit von Oktober bis April und eine zweispurige Straßen-Freigabe zum Motorrad-Grand-Prix einhalten", erklärt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesstraßenbauamtes.

Wird entsprechend der Vorgaben mit jeweils halbseitiger Sperrung und Ampeln gearbeitet, ergibt sich eine Bauzeit von drei Jahren, wenn jeweils eine Pause für den Grand-Prix eingelegt wird. Bei Vollsperrung der Straße und der nötigen Motorsport-Pause würde sich das Vorhaben über zwei Jahre erstrecken. "Es sei denn, wir könnten unter Vollsperrung gleich im März 2020 anfangen, dann könnten wir es in einem Jahr Bauzeit schaffen", nennt Siebert die dritte Variante. Großräumige Umleitungen für den überörtlichen Verkehr und eine wachsende Belastung für die schmalen Nebenstraßen in Oberlungwitz, auf denen dann unter Umständen auch Busse fahren müssten, wären die Folge.

Wenn alles geklappt hätte wie geplant, würden die Baumaschinen jetzt schon rollen. Doch die zu Jahresbeginn eingegangenen Angebote der Baufirmen waren viel zu teuer, wahrscheinlich wegen der guten Auftragslage in der Baubranche. Daher kam es zu einer Verschiebung und dem erneuten Abwägen von Möglichkeiten. Die Größe des Durchlasses, durch den normalerweise nur ein Rinnsal fließt, erscheint derzeit überdimensioniert, doch auch der Neubau wird groß ausfallen. "Der hydraulische Durchfluss-Querschnitt wurde mit der Wasserbehörde abgestimmt", erklärt Siebert.

Zuläufe aus Richtung Feld seien teilweise zerstört, weshalb bei Hochwasser Überflutungen des angrenzenden Grundstückes und Straße möglich sind. Im Anschluss an den Durchlass müssten daher auch Grundstückseigentümer und Gemeinde aktiv werden, da einige Schäden zu beheben sind. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr muss zusätzlich zum Durchlass auch noch die Bachböschung rund um den Durchlass auf Vordermann bringen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...