Kopf umgedreht: Unbekannte beschädigen Heinz-Tetzner-Büste

2005 wurde in Gersdorf ein bronzenes Porträt des bekannten Künstlers aufgestellt. Sein Wert geht in die Tausende Euro. Womöglich waren es Buntmetalldiebe, die sich jetzt an der Skulptur vergriffen haben.

Das Tetzner-Porträt schaut nun an die Wand.
Monika Zscheppank - Vorsitzende desFördervereins

Für Sie berichtet: Erik Kiwitter

Die Bronze-Statue ist ein Schwergewicht. Die Täter müssen Bärenkräfte angewendet haben, um die große Büste um 180 Grad zu drehen. Was hatten sie mit ihr vor?

Wie am Monatag bekannt wurde, haben sich bislang unbekannte Täter an der Büste des bekannten Malers Heinz Tetzner (1920 bis 2007) aus Gersdorf vergriffen, den Kopf umgedreht und damit das Monument beschädigt. "Die Büste befindet sich in einer Verankerung. Deshalb gehen wir von keinem unbeträchtlichen Schaden aus", sagte die Vorsitzende des Fördervereins des Tetzner-Museums, Monika Scheppank. Wie hoch die Schadenshöhe genau ist, kann gegenwärtig noch nicht gesagt werden. Am Sonntagabend hatte Gabriele Rabe, die Tochter von Heinz Tetzner, die Polizei alarmiert. Sie hatte Museumsdienst, als ihr aufgefallen war, das die Skulptur nun auf einmal in die falsche Richtung schaute, nämlich nach hinten an die Hauswand des Tetzner-Museums. Nicht zum ersten Mal wurde damit das Tetzner-Museum Ziel von Kriminellen. Im vergangenen Jahr haben Unbekannte versucht, eine Tür zu den Ausstellungsräumen in dem Gebäude aufzubrechen, in denen sich eine wertvolle und umfangreiche Sammlung von Werken des Künstlers befindet. Zum Glück erfolglos. Aber es wurde Sachschaden angerichtet.

Die Tetzner-Skulptur vor dem Eingang des Museums wurde von dem Bildhauer Conrad Hunger aus Wilitzschthal geschaffen. Sie hat einen Wert, der nach Angaben der Fördervereins-Vorsitzenden Zscheppank weit über 10.000 Euro hinausgeht. Die Büste war ein Geschenk an Tetzner zu dessen 85. Geburtstag. Monika Zscheppank: "Es gab viele Spender. Wir konnten die Büste ohne öffentliche Gelder finanzieren."

Ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Zwickau sagte am Montag: "Möglicherweise war es nur ein Lausbubenstreich." Die Polizei schließt aber auch nicht aus, dass es Metalldiebe zielgerichtet auf die bronzene Skulptur abgesehen haben, um sie dann zu verhökern. Als sie merkten, dass sie zu schwer war, haben sie möglicherweise von ihr abgelassen.

"Das ist alles sehr traurig", sagte auch Gabriele Rabe, die Tochter des 2007 verstorbenen Künstlers. In Hohenstein-Ernstthal musste die Karl-May-Büste vor zwei Jahren repariert werden, weil sie ebenfalls beschädigt worden war.

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