Kreisel machen Ampeln künftig überflüssig

Sachsens Landesamt für Straßenbau und Verkehr will den Knotenpunkt B 180/B 173 in Oberlungwitz flüssiger gestalten. Im Moment wird erst einmal der Baugrund untersucht.

Oberlungwitz.

Die Idee klingt simpel: Zwei Ampelanlagen weg, dafür zwei Kreisverkehre hin. Seit vielen Jahren wird diese Lösung für den Knotenpunkt B 180/B 173 in Oberlungwitz immer wieder einmal ins Gespräch gebracht. Die beiden Ampelkreuzungen an den Abzweigen der Waldenburger Straße mit der Stollberger und der Hofer Straße bremsen den Verkehrsfluss erheblich. Das bekommen Autofahrer immer wieder zu spüren.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat mehrere Varianten für den Ausbau oder eine Verlegung der B 180/B 173 aufgezeigt. Dabei favorisiert die Behörde inzwischen den innerstädtischen Ausbau des Bereiches mit zwei Kreisverkehren. Für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung lässt das Straßenbauamt derzeit den Baugrund untersuchen. "Wir bohren an verschiedenen Stellen nahe den Kreuzungen insgesamt vier 20 Meter tiefe Löcher und ein zwölf Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von jeweils zehn Zentimetern", sagt Michael Lange von der Mitteldeutschen Bohrgesellschaft. Die Firma, die in Gommern bei Magdeburg ansässig ist, bringt dafür eine hydraulische Bohranlage vom Typ HD 10 zum Einsatz. "Das Aggregat läuft relativ leise", sagt Kevin Schulz, der mit seinem Kollegen Torsten Jass die Bohrkerne in Kisten verpackt. Die gehen zur Analyse in ein Labor. "Es geht vor allem darum, die Festigkeit des Untergrundes zu ermitteln. Davon hängt zum Beispiel ab, wie stark später der Überbau verdichtet werden muss und welche Maßnahmen sonst noch notwendig sind, um den Baugrund zu stabilisieren", erklärt Lange.

Größere Probleme haben die Männer beim Bohren neben dem Lungwitzbach nicht. "Ab neun Metern Tiefe wird es hier etwas härter, es wechseln sich auch Schichten von Ton und Sandstein ab. Zum Teil müssen wir dann mit Spülbohrung arbeiten. Dabei haben wir pro Meter Vortrieb vier bis fünf Kubikmeter Wasser", sagt der 34-jährige Bohrprofi. Spätestens Mitte November sollen die Bohrarbeiten abgeschlossen sein. Erste Ergebnisse gibt es im Frühjahr 2020.

Nötig sind die Untersuchungen auf jeden Fall. Für die Kreisverkehre müssen vier Brückenbauwerke erneuert werden. In Vorbereitung der Planung gibt es derzeit auch eine neue Verkehrsuntersuchung, bei der die Verkehrsabläufe und die Leistungsfähigkeit des genannten Abschnitts evaluiert werden. "Ein genauer zeitlicher Horizont des Bauvorhabens ist aufgrund des umfangreichen planungsrechtlichen Verfahrens derzeit noch nicht abschätzbar", sagt Isabel Pfeiffer, Sprecherin des Landesamtes. Bis zum Baubeginn werden auf jeden Fall noch mehrere Jahre ins Land gehen. Erst im Oktober hatte das Straßenbauamt in Dresden den Abschnitt zwischen den beiden Kreuzungen für rund 250.000 Euro ertüchtigen lassen. Dabei ging es um einen Schacht und die Beseitigung der Mängel bei der Straßenentwässerung.

Die Maßnahme war auch Thema der jüngsten Gemeinderatsitzung von Gersdorf. Dort machte ein Anwohner des Mühlsteiges auf die brenzlige Verkehrssituation während der Baumaßnahme aufmerksam. Immer wieder hätten Autofahrer versucht, den Mühlsteig als Schleichweg zu nutzen und passierten die Einbahnstraße in falscher Richtung. Weil die Straße zu schmal ist, half nur der Rückwärtsgang.

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