Kreisverkehr: Kunstwerk wartet auf seine Montage

Das Silhouette des Rittergutes, die den Kreisverkehr in Callenberg zieren soll, ist fertig. Die Debatte um das Projekt ist fast vergessen.

Callenberg.

Der Laser frisst sich auf Hundertstel genau durch die fünf Millimeter dicke Cortenblechplatte. Das Ergebnis liegt nach einigen Minuten auf dem Maschinentisch. Die Platte zeigt die Silhouette des Altenburger Schlosses, mit Turmspitze der Schosskirche und Hausmannsturm.

Kai Friedrich und Tobias Hasselbach von der Gersdorfer Firma Metallbau Maltitz geben der fertigen Platte in einer Drei-Walzen-Maschine die richtige Krümmung und versehen sie im WIG-Schweißverfahren mit Füßen. Acht solche Teile, jedes mehrere Hundert Kilogramm schwer, werden dann einen Kreis bilden. Das Kunstwerk, das dem Ortsteil Callenberg sein Alleinstellungsmerkmal geben soll, wird am Dienstag im neuen Kreisverkehr an der B 180 zwischen Callenberg und Waldenburg montiert. 35.000 Euro hat sich die Gemeinde das Projekt kosten lassen. "Die Teile werden aufgesetzt, nach den Vorstellungen des Künstlers ausgerichtet und mit dem Fundament verschraubt", erklärt Schlossermeister Jens Rudolph, der sich in der vorigen Woche die Teile in der Metallbaufirma angesehen hat.

Auch Künstler Klaus Kux ist geradezu aus dem Häuschen, wie die Männer seinen Entwurf umgesetzt haben. "Wir haben zwar schon mal ein 1:1-Modell aus Pappe im Kreisverkehr aufgestellt, aber das hier wirkt natürlich ganz anders. Genauso habe ich es mir vorgestellt", sagt er. Kux hat richtig Hirnschmalz investiert. "Auf Reisen in den Süden habe ich immer wieder schön gestaltete Kreisverkehre bewundert. Als ich hörte, dass für den neuen Kreisverkehr in Callenberg eine Idee gesucht wird, habe ich lange überlegt und einige Skizzen angefertigt." Im Ortschaftsrat rannte er mit seiner Idee offene Türen ein. Kux besuchte extra das Altenburger Schlossmuseum, um in alte Unterlagen zu schauen. Die Idee: "Ich wollte die historischen Kulissen von Altenburg und Callenberg miteinander verknüpfen", sagt er. Die ehemalige Kaiserpfalz und das kleine Callenberg verbindet der Prinzenraub von 1455. Die Hakenleiter, mit der Ritter Kunz von Kauffungen und seine Männer die hohen Schlossmauern bezwangen, soll in der Scheune des ehemaligen Rittergutes Callenberg angefertigt worden sein. Die Prinzen Ernst und Albrecht überlebten damals die Entführung. Genau darin liegt für Kux die eigentliche historische Dimension. "Ernst und Albrecht waren es, die später die heutigen Bundesländer Sachsen und Thüringen gegründet haben. Ohne sie gäbe es die nicht", sagt Kux. Wer künftig von Waldenburg nach Callenberg fährt, der erspäht beim Anfahren an den Kreisverkehr die Silhouette des Rittergutes. "In der Spielsdorfer Abfahrt wirst du dann mitgenommen in die Altenburger Ecke", sagt Kux.

Optisch wird sich das Kunstwerk in den kommenden Wochen verändern. "Die Farbe wechselt von schwarz zum braunen Rostdesign", erklärt Dirk Maltitz von der Metallbaufirma. "Die Oberfläche bekommt dann ihre schützende Patina und rostet nicht mehr weiter."

Dass es im Gemeinderat auch Sicherheitsbedenken gab, haben die Befürworter des Vorhabens erst einmal ausgeblendet.

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