Kritik an befristeten Verträgen

1190 neue Azubis im Landkreis Zwickau - Berufseinsteiger besonders betroffen

Hohenstein-Ernstthal.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert bessere Job-Perspektiven für Berufseinsteiger. Eine große Hürde nach der Ausbildung sei der Trend zu befristeten Jobs, heißt es in einer Presseerklärung.

Anlass für die Forderung war der Beginn des neuen Ausbildungsjahres. Im Landkreis Zwickau haben 1190 Jugendliche in diesen Tagen ihre Lehre begonnen. Solche "Arbeitsplätze mit Verfallsdatum" seien nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der Nahrungs- und Genussmittelbranche besonders verbreitet, heißt es weiter. Hier wären bundesweit 54 Prozent aller Übernahmen befristet. Ähnlich sieht es bei den Neueinstellungen aus: Hier zählt die Branche mit einer Befristungsquote von 73 Prozent zu den Spitzenreitern. Auch in Hotels und Gaststätten sind diese Arbeitsverträge zum Berufsstart gang und gäbe. Dort seien 35 Prozent aller Übernahmen befristet. Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, spricht von einer "Unternehmer-Unsitte": Es könne nicht sein, dass Betriebe trotz Hochkonjunktur in vielen Branchen stark auf Befristungen setzten. "Wer als Job-Starter eine Familie gründen oder einen Kredit für die Wohnungseinrichtung bekommen will, der braucht einen sicheren Arbeitsplatz und keinen Zitter-Vertrag", so Heinrich. Dass Berufseinsteiger besonders betroffen sind, zeigt die amtliche Statistik. So waren in Sachsen im Vorjahr 17 Prozent der 20- bis 30-Jährigen befristet beschäftigt. (erki)

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