Laden brummt: Gewerbegebiete platzen aus allen Nähten

Der Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal soll am Dienstag grünes Licht für einen Grundstückskauf geben. Auf der Fläche sollen sich neue Unternehmen ansiedeln.

Hohenstein-Ernstthal.

Die Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung hat die Bezeichnung 4/51/2019. Die Ziffern könnten auch stehen für: Der Laden brummt.

Die Stadträte von Hohenstein-Ernstthal sollen am heutigen Dienstagabend dieser von der Stadtverwaltung eingebrachten Vorlage zustimmen und damit grünes Licht für einen Flächenkauf geben. Es geht um die Flurstücke 230 und 231, zusammen rund 60.000 Quadratmeter groß. Sie grenzen direkt an das Gewerbegebiet in Wüstenbrand. Zur Zeit gehören die beiden Flächen noch einer Erbengemeinschaft. Aber die Stadt hat gesteigertes Interesse.


Denn die Gewerbegebiete in Hohenstein-Ernstthal platzen aus allen Nähten, weil die Wirtschaft boomt. Im Gewerbegebiet Sachsenring II, das an der Baumschule liegt und 15,7 Hektar groß ist, haben sich in den vergangenen Jahren insgesamt zehn Firmen angesiedelt. "Darunter auch so ein Leuchtturm wie Meyer Burger", sagt Uwe Gleißberg. Er ist für das Thema Wirtschaftsförderung im Rathaus zuständig. In dem Gewerbegebiet haben 850 Menschen einen Job gefunden. Gleißberg: "Ein einziges Flurstück ist noch frei. Dafür gibt es zwei Interessenten, die Verhandlungen laufen."

Im Gewerbegebiet Sachsenring I, das wie Sachsenring II von den Städten Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz gemeinsam vermarktet wird, gibt es gar keinen Platz mehr. Hier arbeiten auf 54 Hektar 22 Firmen mit 550 Leuten. Und das zehn Hektar große Gewerbegebiet in Wüstenbrand (23 Unternehmen, 400 Jobs) ist ebenfalls voll. "Wir sind an Grenzen gestoßen. Aber es gibt nach wie vor viele Anfragen von Unternehmen, die sich hier ansiedeln oder sich erweitern wollen", sagt Wirtschaftsförderer Gleißberg. Deshalb ist guter Rat teuer. Einmal wurde schon überlegt, Sachsenring II in Richtung Süden zu erweitern. Aber da wäre der Aufwand größer gewesen als der zu erwartende Nutzen und der Plan wurde ad acta gelegt. Aber weil sich mit ausgelasteten Gewerbegebieten die Steuereinnahmen erhöhen lassen (Hohenstein-Ernstthal nahm 2010 rund 2,9 Millionen Euro Gewerbesteuer ein; 2018 waren es 3,7 Millionen Euro), bleibt die Stadt am Ball.

Jetzt geht es also ans Gewerbegebiet Wüstenbrand. Die Stadt will sich die Vergrößerung 850.000 Euro kosten lassen. Dass der Stadtrat dem Kauf zustimmt, gilt als Formsache. Fünf Firmen haben signalisiert, dass sie sich hier ansiedeln wollen. Danach ist allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. Dann gibt es keine Möglichkeit mehr, die Fläche zu erweitern.

Außer vielleicht noch an der A 4 Richtung Glauchau. Hier gibt es einen gemeinsamen Flächennutzungsplan mit Oberlungwitz und Lichtenstein. Heißt: Hier könnte irgendwann ein neues Gewerbegebiet entstehen. Das Problem: Bei dieser Fläche handelt es sich um einen Vorsorgestandort. Das heißt, dass der Freistaat Sachsen entscheidet, was mit den Flächen passieren soll.

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