Landesvater besucht Meyer Burger

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat beim Weltmarktführer im Solarmaschinenbau sächsisches Know-how erlebt.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein gut aufgelegter sächsischer Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat gestern den Solarmaschinenhersteller Meyer Burger im Gewerbegebiet "Am Sachsenring" besucht. "Wir haben ihn eingeladen. Er sollte einfach einmal sehen, was wir hier tun, und die Herausforderungen und Chancen der Branche kennenlernen", sagte Gunter Erfurt, Geschäftsführer des Hightech-Unternehmens.

Beim Rundgang durch die Produktionshallen erfuhr der CDU-Politiker, dass es sich beim Hohenstein-Ernstthaler Hersteller um den weltgrößten Ausrüster im Solarmaschinenbereich handelt. Das Unternehmen am Sachsenring ist nicht nur der größte Standort der Meyer-Burger-Gruppe, sondern hat auch einen enormen Anteil an den 420 Millionen Euro Jahresumsatz des Schweizer Konzerns. Die Maschinen werden in die gesamte Welt geliefert. Derzeit verkauft das Unternehmen vor allem in den asiatischen Raum, hauptsächlich nach China. Die Anlagen produzieren hauchdünne Halbleiterscheiben, die in den Solarmodulen von Photovoltaikanlagen verbaut werden und damit zur Stromerzeugung die Sonne anzapfen. Die Maschinen beschichten Wafer, die als fertiges Erzeugnis einen Wirkungsgrad von bis zu 24 Prozent erreichen. "Wir sind in der Entwicklung soweit, dass wir in drei bis vier Jahren bei 30 Prozent angekommen sind", erklärt Erfurt. Eines mache ihm Sorgen: "Wir sind gerade dabei, eine Säulentechnologie nach China abzugeben. Die Technologie wird hier entwickelt, aber die Produktion findet in Asien statt. Noch haben wir den Technologie-Vorsprung. Die Chinesen versuchen zu kopieren. Die Politik könnte helfen, die Bedingungen dafür zu schaffen, um auch die Produktion wieder hierher zurückzuholen."

Erfurt konnte mit Analysen aufwarten, die belegen, dass die Produktion von Photovoltaik-Elementen auch hier bezahlbar ist. Das sei einerseits eine Chance, beim Ausstieg aus der Braunkohle Arbeitsplatzverluste abzufangen. Andererseits sei das von immenser Bedeutung aus Sicht der strategischen Energieversorgung. "Die Chinesen haben da klare Ziele und treiben das mit aller Macht voran", weiß Erfurt aus Besuchen im Reich der Mitte.

Michael Kretschmer ließ sich die Prozesse erklären, stellte viele Fragen. Interessiert nahm der Ministerpräsident auch Erfurts Analyse zum Scheitern von Solarworld zur Kenntnis. Und er nahm die Anregung zum Umdenken in der Energieerzeugung mit.

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4Kommentare
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  • 1
    1
    Zeitungss
    17.09.2018

    Einem Roten ist das hier beschriebene Verfahren nun wirklich neu oder er ist daran in irgend einer Weise beteiligt, könnte aber auch der Stammrote sein, welcher eh keine Meinung hat.

  • 1
    1
    Zeitungss
    16.09.2018

    Ist äußert schwierig zu verstehen, bis zum Ziel ist ja auch noch etwas Zeit, was die roten Daumen glücklich macht, wie im Fall Freiberg schon bewiesen. Wenn es soweit ist, ich lache mit, trotz der roten Daumen.

  • 1
    1
    Zeitungss
    16.09.2018

    China kommt im Beitrag schon einmal vor. Die sind auch schon mit den Konstruktionsunterlagen zufrieden und übernehmen die Herstellung selbst, wo es genug Beispiele gibt. Der Herr MP kommt sicherlich zur Versteigerung der dann nicht mehr benötigten Betriebsteile wieder. Im Freiberger Fall sollten die Glocken geläutet haben, welche allerdings auch schon in China sind. Deutschland entwickelt, China und Umgebung baut, eine schöne Gleichung.

  • 6
    0
    suzuki
    15.09.2018

    "Landesvater" - dümmer geht´s nimmer. Oder gar Personenkult in Frühform?



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