Lebenshilfe muss 30-Jahr-Feier verschieben

Angebote für geistig Behinderte müssen derzeit ruhen - Verein will Eigenverantwortung stärken

Oberlungwitz.

Die Regionalvereinigung Lebenshilfe für geistige Behinderte Hohenstein-Ernstthal wurde am 29. Mai 1990, also vor genau 30 Jahren, gegründet. Heute heißt der Elternverein nur noch Lebenshilfe und hat seinen Sitz in Oberlungwitz an der Abteistraße. Doch Feierlaune kann es in dem Gebäude, in dem früher die evangelisch-methodistische Friedenskirche zuhause war, aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen nicht geben. Auch der Festakt am 5. Juni muss ausfallen. Doch das ist längst nicht das einzige Thema, das den Vereinsvorsitzenden Ulrich Schütz und Einrichtungsleiterin Ines Wagner beschäftigt. Auch der Freitzeitklub kann derzeit nicht öffnen, was für die Stammgäste schwierig ist. "Ihnen fehlen die sozialen Kontakte. Wir rufen die Leute aber an und unterstützen sie", sagt Ines Wagner.

In den Freitzeitklub kommen beispielsweise Menschen mit Behinderung, die in der Werkstatt des Lebenshilfewerkes am Sachsenring arbeiten und in ihrer Freizeit nach Beschäftigung suchen. Oft sind zwischen 30 und 35 Besucher zu Gast, doch das ist bis auf weiteres nicht möglich. Außerdem unterstützt der Verein das ambulant betreute Wohnen für Menschen mit Behinderung, womit so viel Eigenverantwortung und Freiheiten wie möglich, aber eben auch die nötigen Hilfen abgesichert werden können. Verschiedene familienentlastende Angebote, den Fahrdienst, Ausfahren und kleine Reisen sowie Beratungen ermöglicht der Verein ebenfalls. Er hat sechs festangestellte Mitarbeiter und finanziert seine Arbeit vor allem mit Geldern aus den öffentlichen Sozialkassen. (mpf)

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