Lichtensteiner darf ins Schloss Bellevue

Als Zwölfjähriger hat er gelernt, Noten zu lesen. Seit vielen Jahren ist Mario Müller der Kopf des Musikvereins. Dafür wird der Ehrenamtler nun geehrt.

Lichtenstein.

Mario Müller wollte es im ersten Moment gar nicht glauben. Der Vereinschef des Musikvereins Lichtenstein ist für den 7. September von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue eingeladen worden. Beim Bürgerfest im Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten werden an dem Tag verdienstvolle Ehrenamtler geehrt.

Mario Müller ist einer von ihnen. Er gehört seit seinem zwölften Lebensjahr dem Musikverein Lichtenstein an. Damals war es noch das Jugendblasorchester des VEB Nickelhütte St. Egidien. "Normalerweise verließen die Jugendlichen nach der Schulzeit das Orchester. Ich bin damals ungewöhnlich lange geblieben", erinnert er sich. 1986 trug man dem jungen Mann,er war gerade 21 Jahre alt, den Job des Organisationsleiters für das Orchester an. "Ich habe damals lange überlegt und dann doch zugesagt." Bereut hat er das bis heute nicht.

Mit der Wende wurde das Orchester abgewickelt. Die Stadt Lichtenstein wollte den Klangkörper aber nicht sterben lassen, überließ den Musikern die Instrumente und das Orchester sich selbst. Mario Müller und seine Mitstreiter schauten sich in Rehau in Bayern an, wie so ein Orchester funktionieren kann, holten sich Tipps. Die jungen Musiker gründeten am 10. Dezember 1990 einen Verein, einen der ersten in Lichtenstein. Müller übernahm die Funktion des Gründungsgeschäftsführers. Seit 1997 ist Vereinsvorsitzender.

Im Orchester spielt Mario Müller noch immer das Tenorhorn, moderiert bei Bedarf. Heute hat der Verein 130 Mitglieder, das große Orchester zählt mit voller Besetzung 80 Musiker. "Eine Besonderheit unseres Orchesters ist, dass hier Zwölfjährige gemeinsam mit 60-Jährigen spielen", sagt Müller. "Für sein Orchester opfert Mario Müller seit vielen Jahren unglaublich viel Freizeit", lobt Orchester-Sprecherin Karin Süß.

"Ich freue mich natürlich über die Einladung. Das Orchester hat mein Leben maßgeblich geprägt", sagt der Musiker, der seine Brötchen als Abteilungsleiter im EDV-Systemhaus in Zwickau verdient. (hpk)

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