Lugauer räumen Dreck einfach weg

Wenn Müll in der Landschaft herumliegt, ärgert das jene, die ihn nicht hingeworfen haben, meist sehr. Einem Ehepaar ging das genauso - und brachte den Müll weg. Aber wird ihre Botschaft die Richtigen erreichen?

Lugau.

So unbedingt wollten Sandra und Mario Stuber mit ihrer Aktion gar nicht in die Zeitung. Deshalb hätten sie das Ganze ja nicht gemacht, sagt Mario Stuber. Und auch, dass sie in einer Lugauer Facebookgruppe Fotos veröffentlichten, war kein "Buhlen um Lob" - auch wenn es das von anderen Lugauern in dem sozialen Netzwerk reichlich gab. Es sollte eigentlich eine Botschaft sein, sagt der 43-Jährige. Man habe denen, die da achtlos mal eine Flasche, mal eine Dose und mal einen Pizzakarton hinterlassen, zeigen wollen, wie viel Unrat sich auf diese Weise ansammelt und die Natur verschandelt.

Konkret ging es um das Umfeld des Lorenzteiches, der in einer früheren Lehmgrube der Niederwürschnitzer Ziegelei entstand und gerade an heißen Sommertagen wie in diesem Jahr viele Erholungssuchende anlockt. Sandra und Mario Stuber führen regelmäßig Spaziergänge und abendliche Laufrunden vorbei "an der Lorenz", wie das Gewässer von den Lugauern im Allgemeinen genannt wird, und dem Unrat, den andere haben liegenlassen. "Wir haben uns immer wieder aufgeregt", sagt Mario Stuber. Bis sich die Beiden sagten, dass "jegliches Ärgern über die Schmutzfinken verschwendete Energie ist" und einfach zupackten. Zunächst sammelten sie einiges ein und warfen es in die Mülltonne, sagt er. Schließlich sei es aber soviel geworden, dass ein Heimtragen nicht mehr möglich war. Und so füllten die Beiden nicht nur Plastiksäcke mit dem Müll, sondern nutzten auch herumliegende alte Taschen als Behälter und trugen alles auf einem Haufen zusammen. Am nächsten Morgen fuhren sie nochmals mit dem Auto hin und luden den Unrat ein.

Doch damit nicht genug. Daheim hieß es Müll trennen. "Der größte Teil war zum Glück für den gelben Sack", sagt Stuber. Die Glasflaschen warfen sie in den dafür vorgesehenen Container und nur ein ganz kleiner Anteil sei tatsächlich in die Mülltonne gewandert.

Dass es im Netz positive Reaktionen gab, sei zwar schön, sagt er. Aber das Ziel war eher, jene zu erreichen, die den ganzen Unrat einfach sorglos haben liegen lassen. Vielleicht ist den beiden Lugauern das sogar gelungen, zumindest habe er bei seinen Joggingrunden an der Lorenz bisher noch keinen neuen Müll wieder entdeckt, sagt Mario Stuber.

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