Mehr Schüler, weniger Lehrer

Nachmittagsangebote werden von externen Helfern geleitet

Zwickau.

Es klingt paradox. Obwohl die Zahl der Schüler im Landkreis Zwickau steigt und gleichzeitig die der Lehrerinnen und Lehrer sinkt, gibt es laut Landesamt für Schule und Bildung keinen zusätzlichen Unterrichtsausfall. Stattdessen sollen sich Lehrer auf ihre Kernkompetenzen beschränken und Abstand von außerschulischen Aktivitäten nehmen.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts werden im laufenden Schuljahr 28.476 Mädchen und Jungen an den 186 Schulen im Kreisgebiet unterrichtet. Das sind 61 mehr als im letzten Schuljahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer um 67 auf 2347 gesunken. Während Elternvertreter den Lehrerschwund eher skeptisch sehen dürften, stellt dieser für das Landesamt kein großes Problem dar. Laut dem Pressesprecher der Zwickauer Außenstelle, Arndt Schubert, fehlen derzeit keine Lehrkräfte.

Das Grundproblem ist unverändert. Nach wie vor geben mehr Lehrer ihren Beruf auf oder gehen in den Ruhestand als neue Pädagogen ihren Job antreten. Zudem wurden von sachsenweit 45 Bewerbern als Quereinsteiger 26 gar nicht erst zum Vorbereitungsdienst zugelassen, heißt es aus dem Kultusministerium.

Auswirkungen auf den Unterricht hat der Lehrerschwund nach Schuberts Angaben aber nicht. "Weniger Lehrerinnen und Lehrer bedeutet nicht gleichzeitig weniger Unterrichtsstunden", erklärte er. "Wir müssen einfach damit auskommen." Um die ausbleibenden Neueinstellungen zu kompensieren, konzentriert sich das Landesamt an den Schulen auf den sogenannten Grundbereich. Darin ist alles enthalten, was an gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtsstunden und Lerninhalten abzuhalten ist. Außerschulische Aktivitäten wie Arbeitsgemeinschaften, Schulchor oder Sportangebote werden nicht mehr von fest angestellten Pädagogen betreut, sondern von "externen Kräften".


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