Messwerte: Radonkonzentration im Schloss zu hoch

Die Stadt Wildenfels will bei den Sanierungs- arbeiten etwas gegen zu große Belastungen tun. Funktionieren soll das mit Beton und Bitumen.

Wildenfels.

Die Stadt Wildenfels reagiert auf eine erhöhte Radonkonzentration im Schloss. "Verbindliche gesetzliche Regelungen, wie hoch die Konzentration in Wohn- und gewerblich genutzten Räumen sein darf, gibt es bisher aber nicht", sagte Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) am Donnerstagabend zur Stadtratssitzung, als er die Ergebnisse der Radonmessungen im Schloss vorstellte. Die hatte das sächsische Immobilienmanagement im Zuge der Sanierung des Nord- und Westflügels empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation gebe als Richtlinie eine Luftbelastung von gleich/kleiner 300Becquerel (Bq) pro Kubikmeter an, sagte der Bürgermeister. In Teilen des Schlosses sei die Konzentration zurzeit deutlich höher. Im großen Kellerraum des Nordflügels habe es im März erst Schwankungen zwischen 300 und 2000 Bq gegeben, im Durchschnitt 810 Bq. Als der Keller belüftet wurde, seien maximal 500 und durchschnittlich 100 Bq erreicht worden. Außerdem hätten die Messungen gezeigt, dass der Wert mit steigenden Temperaturen sinke.

Radon steige vor allem aus dem Erdreich über den aus Bruchsteinen bestehenden Fußboden in das Gebäude auf. Um das zu verhindern, soll bei der Sanierung Beton-Estrich auf diese Böden kommen, erläuterte Kögler. Darüber hinaus sollen Bitumenschweißbahnen mit einem Radondichtheitszertifikat, die auf den Beton-Estrich gelegt werden, als wirksame Sperre dienen. Außerdem müsse beim Verlegen von Leitungen mit Muffen verhindert werden, dass Radon in die Raumluft gelangt.


Kögler gab sich optimistisch, dass die nötige Senkung der Radonwerte gelingt. "Es ist ein lösbares Problem, das den Bau nicht aufhält", sagte er. Nach den Sanierungsarbeiten werde man noch einmal Messungen beauftragen, um zu sehen, ob man die Richtlinie in den künftigen Räumen der Stadtverwaltung einhält.

Radon kommt vermehrt in Gebieten mit hohem Uran- und Thoriumgehalt im Boden vor, zu denen auch das Erzgebirge zählt. In der medizinischen Radonbalneologie soll das chemische Element das menschliche Immunsystem stimulieren und dadurch Krankheiten lindern. Bei Überschreitung gewisser Grenzwerte kann Radon allerdings auch Krebs auslösen.

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