Millionenumsatz mit leeren Kartons

Damit die Umsätze stabil bleiben oder gesteigert werden, muss Mugler Masterpack auch dieses Jahr kräftig in seine Standorte investieren. Die Geschichte des Verpackungsmittelherstellers reicht bis in das Jahr 1889 zurück.

Wüstenbrand.

Mit fachmännischem Blick kontrolliert Milan Mikonuvic den bedruckten Bogen Verpackungskarton. Der 46-jährige gelernte Drucker arbeitet seit vier Jahren beim Verpackungsmittelhersteller Mugler Masterpack in Wüstenbrand an der Druckmaschine. Fünf Bögen pro Sekunde schießen aus der Anlage. Gestanzt und gefaltet, entstehen aus so einem Kartonbogen später 45 kleine Schachteln für je eine Bosch-Zündkerze. 13.000 dieser Bögen spuckt die Druckmaschine vom Typ Rapida 106 pro Stunde aus. Die Erzeugnisse gehen nach ganz Europa und die USA.

Milan Mikonuvic ist Serbe, einer von sieben im Unternehmen. "Auch uns macht der Fachkräftemangel zu schaffen, deshalb müssen wir automatisieren", sagt Geschäftsführer Ulli Mugler. Und er ist froh, dass er auf ausländischen Fachkräfte zurückgreifen kann. "Sie sind sehr gut ausgebildet und zuverlässig", sagt er.

Die Geschichte des Familienbetriebes reicht bis ins Jahr 1889, als Georg Mugler in Oberlungwitz eine Buchdruckerei gründete. "Ich verkörpere sozusagen die fünfte Generation", sagt Ulli Mugler. Nach der Wende wagte der Familienbetrieb mit drei Mitarbeitern in einem Backsteinhaus an der Hohenstein-Ernstthaler Schwimmhalle einen Neuanfang. 1995 der Umzug nach Wüstenbrand ins Gewerbegebiet. "Dort bauten wir praktisch alle drei Jahre eine neue Halle. 2004 kaufte Mugler den Crimmitschauer Betrieb. Heute beschäftigt das Unternehmen an den Standorten Wüstenbrand und Crimmitschau 300 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt inzwischen bei 45 Millionen Euro.

Rund 10 Millionen Euro will Ulli Mugler in diesem Jahr in beide Standorte investieren. "Wir brauchen einfach mehr Platz", sagt der Unternehmer. Seit vorigem Jahr wird in Wüstenbrand die Anschaffung von zwei neuen Druckmaschinen für 6 Millionen Euro vorbereitet. "Die werden im Drucksaal aufgebaut, wo jetzt noch große Mengen Rohmaterial lagern. Das wechselt in die neue Halle, die im Oktober 2019 in Betrieb genommen hat. Da haben wir auch 3 Millionen investiert", erklärt Mugler. Die neue Halle hat 24 Schieberegale für 2800Paletten und Freifläche für weitere 1300 Paletten.

Auch am Standort Crimmitschau wird weiter modernisiert. 4 Millionen steckt Mugler Masterpack in diesen Betriebsteil. Die Kernkompetenz der Firma liegt in der Herstellung kleiner Kartons für unzählige Konsumgüter. Die größeren wie für Cornflakes werden in Crimmitschau produziert, die etwas filigraneren für Parfüm, Schokolade oder Medikamente in Wüstenbrand. Die Marken kennt jeder: Pfanni, Vileda, Dallmayr, Zetti, Maggi, Südzucker, Kathi, Filinchen. Vom Bier-Sixpack über Stollenkartons und Pralinenschachteln bis hin zu Tee, Müsliriegeln und Hundefutter verschwindet alles in schicken Mugler-Kartons. 1,3 Milliarden Stück stellt das Unternehmen jährlich her. Darunter sind auch spezielle mit Foliensichtfenster oder Blindenschrift bei Medikamenten.

Auch so außergewöhnliche Verpackungen wie das Cover der Best-of-CD "Reich und sexy II" der Toten Hosen oder Playboy-Schokolade. Das Rohmaterial ist immer Faltschachtelkarton aus Skandinavien. "Die haben Wälder und die perfekte Technologie."

Trotz Erfolgs: "Das Geschäft ist hart. Wir haben 50 Firmen in Deutschland in diesem Metier. Das ist ein Verdrängungswettbewerb", sagt Mugler. "Aber ich freue mich immer noch, wenn ich durch den Supermarkt gehe und sagen kann, das ist eine Verpackung von uns."

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