Mit 45 noch närrisch und würzig: Nun heißt es wieder "trat veeder"

Der RO-WE-HE wurde 1974 gegründet. Er ist einer von sieben Vereinen, die ab der kommenden Woche wieder die Sau rauslassen. Einige erledigen das gleich am 11. 11., der Rest erbeutet erst am Sonnabend die Rathausschlüssel.

Hohenstein-Ernstthal.

11. 11., 17.17 Uhr Faschingsauftakt. Wo gibt es denn so was?! Eigentlich bringt der Hohenstein-Ernstthaler Faschingsverein RO-WE-HE das närrische Volk damit um genau 366 heitere Minuten in dieser Saison. Der Spätstart sei den Karl-May-Städtern ausnahmsweise verziehen. Denn der Verein startet in seine 45. Saison. Das heißt, sie sind auch nicht mehr die Jüngsten.

Viele Mitstreiter, die heute beim RO-WE-HE auf der Bühne mitmischen, waren noch Quark im Schaufenster, als 1974 Heinz Lehmann und Hans Wiegmann die närrische Truppe aus der Taufe hoben. Die beiden Männer aus Jessen führte der Beruf nach Hohenstein-Ernstthal. Lehmann, damals Kulturhausleiter, sprach ein Machtwort zu Wiegmann: "Du gründest einen Carnevalsclub." Der trommelte ein paar Witzbolde zusammen und legte im September los. Was daraus wurde, weiß heute in Hohenstein-Ernstthal jedes Kind.

Am Montag gibt die Mannschaft um Präsident Jens Flämig auf dem Altmarkt wieder Vollgas. Die 45. Saison steht an. Dann schallt wieder der Schlachtruf "Traat Veeder!" über den Altmarkt. Unter dem Motto "Fasching ist das einzig Wahre, der RO-WE-HE wird 45 Jahre" werden die Narren in die Saison schlittern. Wegen der "45" soll alles eine Nummer größer werden. Traditionell wird am Montag 9 Uhr ein Autokorso die Kindergärten abklappern. Die Rot-Weißen verteilen Süßigkeiten und tanzen mit den Kindern. 16.16 Uhr beginnt das Spektakel, und zwar mit einem großen Familienfest. Dabei wird es eine Hüpfburg und Kinderspiele geben und Gerstensaft zum Nulltarif. Der Anstich erfolgt 17.17Uhr. Danach übernehmen die Jecken die Macht im Rathaus und wollen OB Lars Kluge (CDU) den Rathausschlüssel abknöpfen. Danach feiern die Carnevalisten mit einem kleinen Programm. Die Tanzgruppen des RO-WE-HE bieten den Gästen etwas fürs Auge. Außerdem zielen die Carnevalisten mit alten und neuen Programmpunkten auf die Lachmuskeln der Besucher.

Lichtenstein darf am Montag eine 30-jährige Tradition feiern. Um 11.11 Uhr lässt der Lichtensteiner Carnevalsclub vorm Rathaus in der Badergasse die Korken knallen. Dort erkämpfen sich die LCC-Macher den Rathausschlüssel. Danach geht das öffentliche Spektakel ab 13 Uhr in der Gaststätte "U-Boot", Äußere Zwickauer Straße, weiter. Dort wird es dann Freibier, Sekt und Pfannkuchen geben. In einem der Pfannkuchen sind drei Freikarten für eine LCC-Veranstaltung im Gasthof "Goldener Hirsch" in Bernsdorf versteckt. Und der Elferrat tüftelt nebenher am Programm.

Callenberg lässt mit Hilfe des CFV am Montag auch die "Calle-Halle" wackeln. Denn direkt an der Turnhalle läutet der Callenberger Faschingsverein die neue Saison ein. Zunächst kurvt der Elferrat motorisiert kreuz und quer durch die Gemeinde. Dabei ist auch ein Abstecher an der Grundschule in Langenberg geplant. Um 11.11 Uhr wird Bürgermeister Daniel Röthig (CDU) den Rathausschlüssel auf dem Platz vorm Springbrunnen herausrücken müssen. Großes Tamtam macht der CFV nicht. Aber ab 11.30Uhr werden die Karten für die närrischen Tage im Februar verkauft. Das Motto wird Richtung Zeitreise gehen, sagt Jürgen Morgner vom CFV.

Gersdorf schickt den Schlachtruf "GFK Helaa" erst fünf Tage später stromauf- und -abwärts über den Hegebach. Dort darf die Rathausmannschaft noch das Nötigste richten, bevor es im Rathaus närrisch wird. Erst am 16. November geht vorm Rathaus und an der Hessenmühle die Post ab. Da haben die Leute einfach mehr Zeit, sich das Spektakel der Machtübernahme anzuschauen, meinen die GFK-Gewaltigen. Ab 11.11 Uhr soll Gersdorfs Bürgermeister Erik Seidel (parteilos) der Rathausschlüssel abgeluchst werden. Rundherum gibt es schelmische Reden, Glühwein, Roster und Musik. Einige Stunden später glühen die GFK-Truppen mit ihren Gästen bei der Auftaktveranstaltung im Gasthof "Grünes Tal" für den Frühling vor. Das Programm ist ein Mix aus Alt und Neu. Mit dem Motto der Saison reist der GFK nach Afrika. "Mehr wollen wir noch nicht verraten", sagt Präsident Rene Trieb. Fakt ist: Es wird ein völlig neues Programm.

Hermsdorf lässt in Sachen Tradition nichts anbrennen. Hermsdorfia lebt - und mit 66 Jahren, da fängt das Leben bekanntlich erst an. Die Schnapszahl feiern die Hermsdorfer ausgiebig. Scharfer Start ist am Montag 17.11 Uhr. Dann muss vorm Rathaus Dorfchefin Roswitha Müller (FDP) den Rathausschlüssel übergeben. Ein Programm wird es nicht geben. Aber nach der öffentlichen Schlüsselübergabe steht noch ein gemütliches Beisammensein für die Vereinsmitglieder an. Der Abend ist gleichzeitig eine Faschingsclub-Sitzung, bei der die Vereinsmitglieder ihre Ideen fürs neue Programm in die Waagschale werfen. Zwar gibt es im November noch zwei Jubiläumsveranstaltungen, die sind aber nicht öffentlich. Eines wird schon verraten: Das Motto geht in Richtung Dschungel.

Oberlungwitz lässt seine faschingsverrückten Partypeople ebenfalls bis zum Sonnabend warten. Das "OKV Helau" wird erst am 16. November zu hören sein. Dann nimmt der OKV Fahrt auf fürs Jubiläum "25 Jahre OKV". 11.11 Uhr darf Bürgermeister Thomas Hetzel (parteilos) den Rathausschlüssel abliefern. Im Anschluss unterhält der OKV mit einem kleinen Programm die Gäste. Bei dem Spektakel vorm Rathaus, das bis 14Uhr dauern soll, gibt es Freibier. Am Abend steht dann im Vereinshaus "Zur Post" die Auftaktveranstaltung zur Saison auf dem Plan. Die beginnt 19 Uhr.

St. Egidien wird am Montag wieder zum carnevalistischen Tillingen. Gegen 11.11 Uhr erstreitet sich der Tillinger Faschingsclub die Herrschaft im Rathaus. Die Machtübernahme fällt allerdings kurz aus. Eine große Party gibt es nicht. Der Schlüssel wird erst mal sicher verwahrt.

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