Mit dem Rad durchs ehemalige Revier

Die Arbeitsgruppe Steinkohlenweg will die Region bekannter machen. Im Juni führt wieder eine Radtour durchs ehemalige Revier - diesmal durch fünf Orte.

Lugau/Gersdorf/.

Im März 2009 hat eine Arbeitsgruppe (AG) ihre Arbeit aufgenommen, deren Mitglieder wohl damals kaum vermuteten, dass sie zehn Jahre später noch immer aktiv sind und ein durchaus positives Resümee ziehen können. Die Arbeitsgruppe Steinkohlenweg war von den Bürgermeistern der Kommunen Oelsnitz, Lugau, Hohndorf und Gersdorf ins Leben gerufen worden, um die gemeinsame Region - das frühere Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier - bekannter zu machen und mehr (Tages-)Gäste anzulocken. Das Projekt damals: die Ausschilderung eines 18Kilometer langen Rundwanderweges, der alle vier Orte tangiert und bezeichnenderweise den Namen Steinkohlenweg trägt.

Im April 2010 konnte der Weg eingeweiht werden. Zugleich wurde ein touristischer Wegweiser erarbeitet, der auf 28 Seiten die vier Kommunen vorstellte sowie auf sechs Wandertouren im Revier sowie die Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaus hinwies. Zur AG gehörten damals hauptsächlich die Bürgermeister der vier Orte und Frank Wagenknecht vom Kul(t)ourbetrieb des Landkreises. Man sei touristisch zwar nicht die Top-Region, aber das Projekt zeige, dass man Akzente setzen könne, sagte Hohndorfs Bürgermeister Matthias Groschwitz damals. Für Gersdorfs Gemeindeoberhaupt Wolfgang Streubel war von besonderer Bedeutung, dass die Zusammenarbeit kreisgrenzenübergreifend funktionierte.


Das ist bis heute so geblieben. Denn nachdem der Weg eingeweiht war, wurde die Arbeit der AG nicht eingestellt. Frank Wagenknecht übernahm die Koordination - zunächst als Mitarbeiter des Kul(t)ourbetriebs, später als Rentner dann im Ehrenamt. Denn mit dem Rundwanderweg war zwar der Grundstein gelegt, aber nun stand die Aufgabe, ihn populär zu machen. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass jährlich ein bis zwei Höhepunkte "den Weg in den Fokus stellen" sollten.

Bereits im Jahr darauf passierte dies zum ersten Mal - indem die 20.Erlebnistour der "Freien Presse" Stollberg und Kul(t)ourbetrieb über Teile des Steinkohlenweges führte. Seit 2012 finden jährlich Familienradwanderungen auf dem Steinkohlenweg statt, deren Organisation das Verkehrszentrum Stollberger Land inne hat. Der Verein unterstützte die Arbeitsgruppe bei der Erarbeitung einer Radwegekonzepts.

Die Zahl der Partner nahm im Laufe der Jahre zu. Neben den vier Kommunen - für Oelsnitz und Gersdorf sind inzwischen die Bürgermeister Bernd Birkigt beziehungsweise Erik Seidel dabei - waren und sind dies das Bergbaumuseum, das KFZ Lugau, die "Freie Presse" Stollberg und das Verkehrszentrum - hinzu kommen Vereine und Privatpersonen, die die AG bei speziellen Projekten unterstützen. Das war 2013 beispielsweise der Oelsnitzer Fotoclub, der die aktuellen Fotos für die als Wanderausstellung konzipierte Doku "Bergbaulandschaft im Wandel" mit rund 50 historischen Aufnahmen von Schächten, Gebäuden und Anlagen in Oelsnitz, Lugau, Gersdorf, Hohndorf und Niederwürschnitz beisteuerte.

Frank Wagenknecht hat den Job des Koordinators zu Jahresbeginn altersbedingt an Roy Griebel übergeben. Der war zur AG ge- stoßen, weil seine Schnelle Einsatzgruppe (SEG) Oelsnitz die Rad- veranstaltungen der AG begleitet. Mit ihm und einem weiteren neuen Mitglied soll das frühere Stein- kohlenrevier weiter belebt werden: Auch der Bürgermeister der fünften Kommune des Reviers ist in der AG aktiv - Matthias Anton aus Niederwürschnitz. Die nächste Veranstaltung der AG - die 8. Familienradtour - führt am 16. Juni dann durch alle fünf Orte.www.steinkohlenweg.de

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