Mit Hilfe: May-Haus steht sicher

Das Geburtshaus des Schriftstellers in Hohenstein-Ernstthal muss gesichert werden. Dieses Jahr wird es deshalb für die Öffentlichkeit auch noch einmal geschlossen werden.

Hohenstein-Ernstthal.

Es ist das geschichtsträchtigste Gebäude der Stadt. Und das am meisten fotografierte. Das Geburtshaus des großen Abenteuerschriftstellers Karl May (1842 bis 1912) steht zur Zeit zumindest sprichwörtlich auf wackeligen Beinen. "Freie Presse" hat dem Museum einen Besuch abgestattet. Im Moment muss das Haus im Inneren gesichert werden.

Hintergrund ist der geplante Erweiterungsbau. Für den mussten zwei direkt an das Karl-May-Haus angrenzende Gebäude weichen. Nach deren Abriss im Sommer liegt der Giebel frei - sodass Sicherungsmaßnahmen notwendig geworden sind. An den beiden Fenstern zur Straßenseite wurde eine sogenannte Aussteifung konstruiert. "Die hält die Decke am Giebel", erklärt Bauamtsleiter Ulrich Weber. Durch das Innere zieht sich eine Verspannung. Die hält die beiden Außenwände zusammen. Weber: "Diese Sicherungsmaßnahmen hat der Statiker gefordert." Aber zu keinem Zeitpunkt hätte die Gefahr bestanden, dass das Gebäude zusammenfällt., so der Bauamtsleiter weiter.

Noch in diesem Jahr wird e seine weitere, ebenfalls von einem Statiker geforderte Maßnahme geben. Nach dem Abriss der beiden benachbarten Gebäude hatte sich herausgestellt, dass das Karl-May-Haus überhaupt kein Fundament hat. "Jetzt müssen wir die bestehende Wand unterfangen, gewissermaßen erst einmal ein Fundament einbringen", so Weber. Wegen den bevorstehenden Bauarbeiten - der Beginn steht noch nicht fest - wird es zu einer vorübergehenden Schließung der Einrichtung kommen, die sich durchaus einige Wochen hinziehen kann.

Das größere Stück Arbeit liegt aber noch bevor: der geplante Erweiterungsbau, in dem hauptsächlich das Depot untergebracht werden soll. Im Juli hatte es eine böse Überraschung gegeben. An der Ausschreibung für Fundament und Rohbau beteiligten sich nur zwei Unternehmen - und ihr Angebot lag fast doppelt so hoch, als die Stadt einkalkuliert hatte. Jetzt bereitet das Rathaus eine neue Ausschreibung vor. "Wir hoffen, dass sich mehr Firmen daran beteiligen. Im Sommer waren ihre Auftragsbücher wohl sehr voll", so Weber. Insgesamt hat die Stadt für das Projekt 2,1 Millionen Euro veranschlagt, der größte Teil sind Fördermittel.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...