Mit Inspiration aus Ungarn

Mit viel Grün und Gelb auf seinen Leinwänden ist Volker Beyer aus der Nähe von Budapest zurückgekehrt.

Hohenstein-Ernstthal.

Wenn Volker Beyer, der in der Nähe von Freiberg zuhause ist, über seine Kunst erzählt, braucht er eine gewisse Anlaufzeit. Aber dann werden aus den wenigen Worten, die er über die meist abstrakten Malereien sagt, schnell lebendige Erinnerungen. Eine Auswahl von Bildern, in denen Grün- und Gelbtöne dominierend sind, zeugen von Erinnerungen an ein für den Künstler besonderes Land. "Da hat mich der Frühling in Ungarn inspiriert. Dort bin ich seit 30 Jahren regelmäßig", erzählt der 69-Jährige. Mindestens einmal im Jahr ist er dort, denn in einer Kleinstadt in der Nähe von Budapest findet ein Künstlersymposium statt, bei dem Beyer mittlerweile sozusagen zum Inventar gehört.

Durch den Ort fließt auch der Fluss Theiß. "Das ist ein großer Strom. Ich war auch schon bei Hochwasser dort", erzählt der Künstler. Angespültes Treibgut inspirierte Beyer zu Bildern ohne viel Farbigkeit, aber mit verschiedenen Materialien. In Rumänien, das im Osten an Ungarn grenzt, erlebte er einen großen Feldbrand mit, der ebenfalls in Bildern verewigt wurde. Malereien bilden den Großteil der Ausstellung mit dem Titel "Durch die Zeiten". Doch Volker Beyer zeigt auch Skulpturen, denn er der gelernte Dekorationsmaler, der später zunächst Malerei und Grafik sowie anschließend auch noch Holzgestaltung studierte, arbeitet gern vielseitig. "Es gibt da immer verschiedene Phasen", erzählt er. Menschen als Bronzeplastiken, aber auch Formexperiment aus Holz entstehen so. All das sei eben die Freiheit eines Künstlers, der das Glück hat, selbst zu entscheiden, was er wann und wie macht. Schwierig wird das Ganze, weil es laut Beyer eben nur wenige Künstler gibt, die durch ihre Arbeit wirklich viel Geld verdienen können. Deshalb empfiehlt er jungen Kunstinteressierten auch, zunächst einmal eine Tätigkeit zu finden, die regelmäßige Arbeit und ein festes Einkommen, aber eben auch Freiräume für die eigene künstlerische Entwicklung bietet. "Man sollte es vielleicht nicht gleich als Bildhauer versuchen, sondern erst einmal Steinmetz werden", nennt er als Beispiel.

Die Ausstellung "Durch die Zeiten" ist vom 27. August bis 8. November in der Kleinen Galerie am Hohenstein-Ernstthaler Altmarkt zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Donnerstag sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr.

11 Kommentare

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    SzB85
    01.09.2020

    Interessante Sammlung! Die Theiß ist leider oft voller schwebender Müll aus Rumänien und Ukraine, fließt allerdings mehr als 100 km von Budapest entfernt. Ich bin neugierig, über welche Stadt es im Artikel geht.