Mugler-Stiftung hat weiterhin Interesse am Daetz-Centrum

Für das derzeit wenig genutzte Lichtensteiner Schlosspalais gibt es einige Ideen. Der Oberlungwitzer Unternehmer Albrecht Mugler deutet an, dass seine Stiftung bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Gersdorf/Lichtenstein.

Die Mugler-Stiftung aus Gersdorf hat Interesse signalisiert, die Zukunft des Daetz-Centrums im Lichtensteiner Schlosspalais mitzugestalten. Der Oberlungwitzer Unternehmer Albrecht Mugler betonte, dass man weiterhin für eine Zusammenarbeit mit der Daetz-Stiftung offen sei. Das Daetz-Centrum habe viel Potenzial. "Dafür muss man aber regelmäßig etwas Neues bieten", sagt Helga Barth, Partnerin von Albrecht Mugler und Vorsitzende des Stiftungskuratoriums.

Vor zwei Jahren hatte Mugler bereits mit Stifter Peter Daetz gesprochen, da eine Zusammenarbeit der Stiftungen aufgrund etlicher gemeinsamer Anliegen und Themen Sinn ergeben würde. Einen Konsens fand man damals nicht.

Die Mugler-Stiftung hat für eine Umgestaltung des Foyers im Neubau des Daetz-Centrums ein umfangreiches Konzept in der Hinterhand. Eine Ausstellung mit Arbeiten von Siegfried Otto-Hüttengrund ist genauso angedacht wie Workshops für kunstinteressierte Menschen, die selbst von Profis lernen wollen. Helga Barth verwies angesichts des vorhandenen Potenzials des Hauses auf andere Einrichtungen, die mit wechselnden Ausstellungen kontinuierlich für Besucherzuspruch sorgten.

Durch das laufende Verfahren der Räumungsklage der Stadt Lichtenstein gegen die Daetz-Stiftung ist das Projekt aber in der Warteschleife. Vor dem Hintergrund einer leeren Stadtkasse war das Daetz-Centrum geschlossen worden. Der Rechtsstreit um die Räumung läuft mittlerweile seit über einem Jahr, mehrere Versuche einer außergerichtlichen Einigung blieben erfolglos. "Ich finde die gesamte Entwicklung schon etwas tragisch", sagt Albrecht Mugler mit Blick auf das Lebenswerk von Peter Daetz. Zudem habe sich eine Negativdiskussion entwickelt.

In welche Richtung sich ein Konzept mit Beteiligung der Mugler-Stiftung entwickeln könnte, wurde am Samstag bei einer Sonderöffnung in der Muglerschen "Villa Richter" an der Stollberger Straße in Gersdorf deutlich. Dort wurde die Ausstellung mit Werken des Leipziger Künstlers Frank Ruddigkeit präsentiert. Damit wird eines der Stiftungsziele umgesetzt, denn die Förderung von Kunst, Bildung, Wissenschaft und Forschung ist Anliegen der im Jahr 2001 von Albrecht Mugler gegründeten Stiftung. Wenn der Unternehmer über Kunst spricht, ist sein Interesse für dieses Thema schnell zu spüren. "Es gibt viele herausragende Künstler in Sachsen", sagt er. Dabei hat die Stiftung auch jene im Blick, die nicht überregional im Rampenlicht stehen oder relativ selten ausstellen. Werke werden angekauft und zusammen mit Leihgaben bei Ausstellungen präsentiert. Dass die Künstler "handwerklich" gut ausgebildet sind, einen Wiedererkennungswert durch ihre künstlerische Handschrift haben und in ihren Werken ein sinnstiftende Erzählung oder Botschaft transportieren, sind Auswahlkriterien von Albrecht Mugler und seiner Partnerin Helga Barth. "Wir sind uns da meist einig", sagt sie.

Vor Frank Ruddigkeits Werken wurden in der Villa beispielsweise Ausstellungen von Christian Lang aus Chemnitz, des bekannten Hermsdorfer Künstlers Siegfried Otto-Hüttengrund und des Gersdorfer Ehrenbürgers Heinz Tetzner gezeigt.

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