Museum sucht nach DDR-Textilarbeiterinnen

Einst wurde beim VEB Elegantia Mode hergestellt. Jetzt sollen in dem alten Fabrikgebäude frühere Textilarbeiterinnen diskutieren. Diese müssen aber erst einmal gefunden werden.

Lichtenstein.

Es ist ein typisches Bild aus den Textilfabriken der DDR. Mit konzentriertem Blick sitzen Frauen an Arbeitsplätzen, die alle genau gleich aussehen. Über jeder der Arbeiterinnen hängt eine Lampe, neben jeder der Frauen liegt ein Haufen Stoff. Und am wichtigsten: vor jeder der Frauen steht eine Nähmaschine. Sie alle sind Textilarbeiterinnen, wie so viele zu dieser Zeit.

Seitdem hat sich viel verändert, aber die Erinnerungen der Textilarbeiterinnen der DDR sind geblieben. Auch in Lichtenstein waren die Frauen tätig - unter anderem beim VEB Elegantia. Hergestellt wurden dort Obertrikotagen für die Exquisit-Geschäfte der DDR. 300 Beschäftigte zählte der Betrieb damals, 80Prozent waren Frauen. Diese sollen nun in dem alten Fabrikgebäude zusammenkommen und über ihre Erinnerungen sprechen.

Sascha Aurich

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Eingeladen dazu hat das Museum der Stadt Lichtenstein. Beim 33. Kaffeeklatsch des Museums wird es am 5. Mai unter anderem um die Geschichte der einst als Strumpfwirkerei Wilhelm Kaufmann gegründeten Fabrik gehen. Passend also, dass der Treff in genau diesem Gebäude an der Rödlitzer Straße 2 stattfindet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht aber ein Gespräch mit einstigen Textilarbeiterinnen. Dabei wird auch Jessica Bock sein, die Historikern beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit frauengeschichtlichen Themen. "Es handelt sich dabei auch um ein politisches Thema, weil sich viele für ihre einstige Arbeit nicht wertgeschätzt fühlen", sagt Anne-Sophie Berner vom Museum Lichtenstein.

Berner sucht aktuell noch einstige Textilarbeiterinnen, die zu dem Kaffeeklatsch über ihre frühere Arbeit diskutieren möchten. "Es soll um eine wertschätzende Aufarbeitung der Geschichte vor und nach der Wende gehen", sagt sie. Um an der Diskussion teilzunehmen, sei es auch nicht notwendig, früher beim VEB Elegantia gearbeitet zu haben.

Interessierte können sich bei der Stadt Lichtenstein unter Ruf 037204585850 melden

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