"Musik trifft Kunst" serviert eine Kultband und ein Ärztepaar

Ein Gebäude mit langer Geschichte öffnet in der Karl-May-Stadt regelmäßig seine Türen. Zum sechsten Mal geht am Sonnabend am Altmarkt 6 eine besondere Veranstaltung über die Bühne.

Hohenstein-Ernstthal.

Der nostalgische Charme des alten Gemäuers ist in der Karl-May-Stadt einzigartig. Der besondere Reiz dieses Hauses liegt nicht nur in seiner Bauweise mit Gewölbekeller und Innenhof mit hölzernem Wandelgang, sondern in seiner Geschichte.

Am Sonnabend geht am Altmarkt 6 bereits zum sechsten Mal die Veranstaltung "Musik trifft Kunst" über die Bühne. Eigentlich müsste sie heißen Musik und Kunst treffen auf Geschichte. Denn bereits vor 1547 stand an derselben Stelle das erste Haus, das heutige wurde erst 1820 erbaut. Im 16. Jahrhundert lebten dort die Vorfahren der Kaufmannsfamilie Simon, im 18./19. Jahrhundert die für Hohenstein bedeutenden Familien Landgraff und Rahlenbeck. Sie prägten den Handel in der Stadt. Sie gründeten 1796 den bürgerlichen Casinoverein und 1799 die Freimaurerloge. Mit Landgraff siedelte sich die Strumpfwirkerei in der Stadt an. Auch diese Familien förderten Wirtschaft und Kultur in der Stadt.


Irgendwie ist der heutige Besitzer Heiko Vieweg ein wenig in deren Fußstapfen getreten. Jahr für Jahr veranstaltet er im Innenhof den Kleinen Weihnachtsmarkt, wenn das große Fest unterhalb des Rathauses für Weihnachtsflair sorgt. Das Ambiente des Gebäudes ist wie dafür gemacht, Kunst und Musik aufleben zu lassen. Das passiert seit sechs Jahren zum Sommerfest. "Ich versuche immer, eine regionale Band mit einzuladen. Diesmal ist es die Kultband RB II. Die haben ein Heimspiel", sagt Vieweg.

Das Fest beginnt 17 Uhr. Der künstlerische Teil besteht diesmal in einer Fotoausstellung. Steffi und Jürgen Löffler, ein Ärzteehepaar aus St. Egidien, stellen Fotos von ihrem Hilfsprojekt "Washa Taa" (Ein Licht anzünden) in Ukunda vor. Die beiden lernten Kenia auf einer Urlaubsreise im Jahr 2000 kennen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Wenn du als Fremder herkommst, dann liebst du Afrika sofort oder du kehrst nie wieder hierher zurück.

Löfflers liebten das Land auf Anhieb. Aber sie sahen nicht nur den Zauber der Savanne und die einmalige Tierwelt, sondern auch die Probleme des Landes. Vor Malaria, Aids, Waisenkindern, Armut und Gewalt wollten und konnten sie ihre Augen einfach nicht verschließen. Sie gründeten das Hilfsprojekt und arbeiteten von da an am Aufbau einer Station mit Klinik, einer Schule für 130 Waisen und Halbwaisen sowie einer Werkstatt. Seitdem sammeln die St. Egidiener unermüdlich Spenden, reisen zweimal pro Jahr in das afrikanische Land, um zu helfen. Das Geld fließt grundsätzlich in die Hilfsprojekte, kein Cent in die Verwaltung einer Hilfsorganisation.

Am Sonnabend gegen 17.30 Uhr werden Steffi und Jürgen Löffler in einem Vortrag ihre Projekte den Besuchern vorstellen. Zum kulturellen Genuss gibt es natürlich auch jede Menge Angebote für den Gaumen, kündigt Vieweg an.

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