Musikmärchen gewinnt "Leader"-Preis

Der Musikverein Lichtenstein hat bei einem Vereinswettbewerb 3000 Euro abgesahnt. Dafür brachten die Macher ein Märchen zum Klingen.

Lichtenstein.

So einfach ist das: Ein bisschen Hirnschmalz investieren, das Märchen vom Rotkäppchen umarbeiten, mit Musik würzen und das Konzept abschicken - und schon war der Musikverein Lichtenstein um 3000 Euro reicher. Die Macher um Vereinschef Mario Müller haben mit ihrem Projekt den Wettbewerb "Deine Idee für deinen Verein" der Leader-Region "Schönburger Land" gewonnen.

Der war mit insgesamt 12.000Euro dotiert. Die wurden auf sieben Preisträger aufgeteilt. Grundidee des Wettbewerbs: "Es sollte ein völlig neues Projekt im Bereich der Nachwuchsgewinnung für den Verein sein. "Wir haben unser Projekt tatsächlich auf den allerletzten Drücker abgeschickt und prompt den Sieg geholt. Wir konnten es kaum fassen, waren total überrascht", sagt Mario Müller. Jetzt wurde das prämierte Konzept zum ersten Mal in die Tat umgesetzt. Auch Ines Senftleben vom Büro der Leaderregion sah zum ersten Mal, was hinter dem Nachwuchsprojekt steckt. Die Vorschusslorbeeren des Preises gab es offenbar nicht umsonst. "Das war richtig gut. Dass es funktioniert, hat man an den Reaktionen und dem Applaus der kleinen Zuschauer gesehen", sagte sie.


Die 35 Kinder des Kindergartens in Rödlitz waren quasi die ersten Testpersonen für das moderne "Rotkäppchen". Das eroberte im Rödlitzer Domizil des Musikvereins im Handumdrehen die Herzen der kleinen Zuschauer. Die Bühne für das Puppentheater hatten die Schüler der Goetheschule in Meerane für die Lichtensteiner Musikanten gebaut. Auch die Puppen stammten aus der Werkstatt der Meeraner. Die Geschichte des Stückes ist schnell erzählt: Das Rotkäppchen sollte laut Originalversion eigentlich mit Kuchen und Wein zur Großmutter unterwegs sein. Doch die ist umgezogen. Stattdessen wohnt jetzt der gute Wolf dort, der betreibt dort eine Musikschule. Das gelangweilte Rotkäppchen macht sich also auf den Weg und begegnet unterwegs verschiedenen Figuren, den kleinen Peter, dem Wolf, dem Kasper und dem Opa. Alle führen ein Instrument mit sich. So der kleine Peter, alias Leo Kleindienst (8), der gleich mal die "Vogelhochzeit" spielt. Sein Bruder Ben (11) rührt die Trommel. Mama Andrea Kleindienst greift zur Querflöte, und Josefin Wanzek (19) aus Limbach-Oberfrohna spielt das Waldhorn. Anett Heller, die im Orchester eigentlich Flügelhorn spielt und sich die ganze Geschichte ausgedacht hat, zeigt den Knirpsen, welche Töne aus der Klarinette kommen.

In alle Szenen werden die Kinder einbezogen. Die 25 Minuten überfordern die Knirpse keineswegs. Sie sind von dem Mitmach-Stück begeistert, klatschen, singen aufgeregt mit, beantworten Fragen, erkennen sogar das "Steigerlied" und lassen kaum einen Blick vom Kaspertheater. Am Ende sind sich alle einig: Premiere gelungen. "Es ist sehr gut gemacht, ich bin begeistert", sagte Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler.

Der Verein will das Stück öfter aufführen und dazu Kindergärten aus der Region einladen. Natürlich mit dem Gedanken, dass sich der eine oder andere dafür begeistert, eines Tages ein Instrument erlernt und das Orchester verstärkt.

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