Nach Hornissen-Attacke: Naturschützer warnt vor Panik

Frank Melzer aus Hohenstein-Ernstthal lebt sein ein paar Monaten mit einem Schwarm der Faltenwespen-Art. Risiko gleich null. Aber man darf nicht provozieren.

Frank Melzer an dem "Hornissen-Kasten".

Für Sie berichtet: Erik Kiwitter

Ein paar Hundert Hornissen ziehen an Frank Melzer vorbei. Dann verschwinden sie in einem Starenkasten, der an der Hauswand hängt. Melzer ist entspannt, er weiß, dass ihm der Schwarm nichts zuleide tut.

Frank Melzer, der 56-jährige Hohenstein-Ernstthaler, ist ehrenamtlicher Naturschutzhelfer und demnach ein Naturfreund. In seinem Garten - in dem Starenkasten an der Hauswand - lebt seit Mai ein Hornissenschwarm. "Die tun einem nichts", sagt Melzer und warnt nach der Hornissen-Attacke, die sich jüngst in einem kleinen Ort bei Karlsruhe ereignet hat und bei der 18 Teilnehmer einer Wandergruppe verletzt wurden, vor Panikmache. "Wenn man die Hornissen nicht angreift, passiert gar nicht", sagt er.

Sogar das Enkelkind von Melzer, die dreijährige Magdalena, hält sich in der Nähe des Starenkastens auf, in dem die Hornissen ein- und ausfliegen. Wenn man nicht zu nah rangeht, sich also an den sogenannten Verteidigungsradius hält, besteht keine Gefahr. Dieser Radius um ein Hornissen-Nest beträgt in der Regel fünf Meter. Frank Melzer: "Ich erkläre meinem Enkel alles Interessante. Es ist schön, wenn Kinder mit der Natur aufwachsen." Bei der Hornissen-Attacke in dem Ort bei Karlsruhe hat es nach Einschätzungen von Experten wohl eine unbedachte Handlung bei einem Mitglied der Wandergruppe gegeben, die zu dem Angriff geführt hat.

Bei Melzers kann es schon passieren, dass sich auch mal eine oder zwei Hornissen in die Wohnung verirren. Die sind dann nicht zu überhören - und in der Regel auch nicht zu übersehen. "Meistens sind das Kundschafter, die herauskriegen wollen, wo es noch etwas zu Fressen gibt", so Melzer. Arbeiterinnen werden immerhin 18 bis 25 Millimeter groß, die Drohnen 21 bis 28 Millimeter. Während Wespen Menschen oft gezielt anfliegen und unprovoziert stechen können, sind Hornissenstiche vergleichsweise selten, sie treten beinahe ausschließlich bei unvorsichtiger Annäherung an das Nest auf.

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