Netzbetreiber warnt Wehr vor Gefahren

Mitnetz Strom will mit den Wehren enger zusammenarbeiten. In Meerane wurde deutlich: Windräder und Solaranlagen sind eine Herausforderung.

Meerane.

Als Bilder von durch Stromschlag schwer verletzten Menschen im Schulungsraum des Meeraner Feuerwehrdepots gezeigt werden, wird es still. Die Bilder machen deutlich: Wenn elektrischer Strom im Spiel ist, kann es gefährlich werden - lebensgefährlich. Damit es gar nicht so weit kommt, wies Mario Strobel, Sicherheitsingenieur beim Netzbetreiber Mitnetz Strom, am Freitagabend die mehr als 50 Ehrenamtlichen auf die Gefahren hin.

Und die lauern nicht nur beim Löschen der Flammen in einem gewöhnlichen Wohnhaus, sondern auch bei der Brandbekämpfung an Fahrzeugen, Windrädern und Solaranlagen. Strobel will während seines Vortrages vor allem eines verdeutlichen: "Für die Feuerwehren ist der Einsatz an elektrischen Anlagen keineswegs eine alltäglich Situation." Der Fachreferent macht deswegen auf die technischen Besonderheiten und Risikoquellen an elektrischen Anlagen wie Kabelverteilern, Transformatorenstationen und Umspannwerken aufmerksam. Der 59-Jährige warnt davor, "übermotiviert in den Einsatz zu gehen". Auch die Feuerwehrleute dürften am Schild "Hochspannung Lebensgefahr" nicht weiter. Sie müssten auf einen Verantwortlichen von Mitnetz Strom warten, der das weitere Vorgehen mit den Rettern bespricht.

Deshalb seien die Feuerwehren ein wichtiger Partner. "Wir wollen bei Störungen gemeinsam und sicher handeln", sagt der Experte von Mitnetz Strom, das die Zusammenarbeit mit allen Wehren im Zuständigkeitsbereich weiter verbessern will. Wie Evelyn Zaruba, Sprecherin von Mitznetz Strom, erklärt, führt der Netzbetreiber deshalb jährlich bis zu 50 Schulungen mit freiwilligen Wehren durch. "In der Region Westsachsen sind die freiwilligen Feuerwehren bei rund fünf Prozent der Störungsfälle von Mitnetz Strom im Einsatz", so Zaruba.

Gleichwohl betont Wehrleiter Kai Götze, dass die Meeraner Feuerwehrleute nicht zum ersten Mal zu dem Thema geschult werden. "Elektrische Gefahren spielen bei unseren Einsätzen eine große Rolle. Da müssen wir vorsichtig sein, Abstände einhalten", sagt der 48-Jährige. Glücklicherweise sei bisher kein Mitstreiter der Meeraner Feuerwehr durch Stromschlag verletzt worden. Und das, obwohl laut Götze die Retter in den vergangenen Jahren drei Brände an Solaranlagen zu löschen hatten. Letztlich gehe es immer um eines: "Das Gebäude oder die elektrischen Anlagen müssen stromlos geschaltet werden", so der Wehrleiter, der hierfür im Team auf zwei Elektrofachkräfte zugreifen kann. Am Ende des Abends waren sich alle einig: Brände an Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien stellen die Retter vor wachsende Herausforderungen. Dazu gehöre auch die zunehmende E-Mobilität.

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) mit Sitz in Kabelsketal (Sachsen-Anhalt) ist eine Tochtergesellschaft der Envia Mitteldeutsche Energie AG (Envia M). Als Verteilnetzbetreiber ist Mitnetz für Planung, Betrieb und Vermarktung des Envia M-Stromnetzes zuständig.

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