Neue alte Brücke bleibt unbeleuchtet

In Glauchau sollte das Millionenprojekt Hirschgrundbrücke noch teurer werden. Sollte.

Glauchau.

Dimmlicht, eingebaut in den Handläufen des Geländers. Die Hirschgrundbrücke, die gegenwärtig originalgetreu wieder aufgebaut wird, sollte so beleuchtet werden. Die Stadt wollte nochmals 50.700 Euro in die Hand nehmen, um das umzusetzen. Doch daraus wird nichts, der Stadtrat zog die Reißleine und machte dem auf seiner letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen mehrheitlich einen Strich durch die Rechnung, nachdem bereits im Technischen Ausschuss nicht öffentlich heftig darüber diskutiert worden war.

Nun sind 50.700 Euro im Vergleich zur derzeit veranschlagten Gesamtsumme von etwa 1,6 Millionen Euro nicht viel, dennoch hält zum Beispiel der CDU-Stadtrat Ulrich Schleife diese Art Beleuchtung der Brücke für unnötig. "Wir haben am Schlossvorplatz moderne Lampen aufgestellt", sagt er. Ihm persönlich gefalle das, er kenne aber auch viele Glauchauer, denen das nicht gefalle. Sein Fraktionskollege Andreas Winkler und der SPD-Stadtrat Ralph Engler sehen das ähnlich. Winkler meint: Der Fußgängerverkehr in Richtung Schloss laufe über die Paul-Geipel-Straße. Engler sagt: 50.700Euro seien unangemessen für das Vorhaben. Roland Frenzel (SPD) meint: "Das Geld sollte für dringendere Maßnahmen im Schloss verwendet werden." Man müsse sich die Frage stellen, wie viele Leute abends die Brücke passieren werden, meint Bernd Patzelt (SPD). Klaus Klötzner (CDU) sagt, das in Dresden eine große Brücke mit eingebauter Beleuchtung gibt, die man aber aus Naturschutzrechtlichen Gründen nicht in Betrieb nehmen dürfe. Andreas Salzwedel (Linke) sieht hingegen eine Diskussion um die Sicherheit auf Glauchau zukommen, wenn die Brücke nicht beleuchtet werde.


Nach Ansicht von Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus, müsste die Beleuchtung jetzt, wenn die Brücke gebaut werde, installiert werden. Ein späterer Einbau würde aus ihrer Sicht noch teurer werden. Doch warum kommt die Stadt erst jetzt mit der Idee, das Geländer zu beleuchten, wo doch der Bau der Brücke seit fast einem Jahr im Gange ist? Als damals die Ausschreibung erfolgte, lag laut Heike Joppe noch kein Konzept für die Beleuchtung des Schlossumfeldes und des Schlossparks vor. Deshalb sei die Beleuchtung der Brücke in der Ausschreibung nicht berücksichtigt worden. Die Stadt plant, nachdem der Schlossvorplatz fertiggestellt ist, auch die ehemalige Kleingartenanlage im Schlosspark umzugestalten, und den Weg vom Heinrichshof zum Hirschgraben, der in die Hirschgrabenbrücke mündet, zu erneuern. Der Einbau der Beleuchtung wäre laut Joppe zu 80 Prozent förderfähig.

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