Neuer Höllenkoch zieht am Stausee ein

Der Name klingt nicht wirklich nach Bier und Badedecke. Doch er passt zum neuen Pächter der Imbissstube am Stausee Oberwald. Und das Konzept seiner "Hell's Kitchen", der Höllenküche, klingt auch solide.

Callenberg.

Sonne: scheint. Vögel: zwitschern. Autobahn: rauscht. Es ist Frühling am Stausee Oberwald. Die Saison naht, der Schwimmmeister werkelt, und unten am Wasser hört man leises Hämmern und das Surren von Akkuschraubern. Es kommt von dem Flachbau, wo bis vor Kurzem der alte Imbiss Pommes verkauft hat.

Dass hier jetzt ein anderer regiert, deutet schon der Name an: "Hell's Kitchen". Das prangt auf zwei giftgrünen Surfbrettern, die wie Torposten den Eingang zur Imbissstube säumen. Höllenküche - das klingt nicht wirklich nach Bier und Badedecke, passt aber zu dem großen, bärtigen 37-Jährigen - Tattoos auf der Hand, Totenkopf auf der Mütze - der auf dem Vorplatz steht. Nico Nüßner dirigiert seine Leute, packt selbst mit an. Der Werdauer ist neuer Betreiber des Imbisses. Vor vier Wochen hat er angefangen, den Flachbau umzugestalten. Sein Vorgänger hatte das Gebäude entkernt hinterlassen. Warum er aufgegeben hat, kann Ina Klemm nicht genau sagen. Sie ist die Geschäftsführerin der Tourismus und Sport GmbH, die den Stausee betreibt. Die Qualität der Speisen und das Preis-Leistungs-Verhältnis waren bei Besuchern immer wieder in die Kritik geraten, das weiß auch die Chefin und ist glücklich über den neuen Pächter.


"Ich will hier keine Drei-Sterne-Küche machen", sagt der. "Sondern einen guten Imbiss, mit möglichst wenig Fertigprodukten." Seit 18 Jahren ist Nüßner Caterer, bewirtschaftet den Imbiss im Crossener Freibad, die Bowlingbahn in Werdau, ist auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten unterwegs. Er stammt aus einer Schaustellerfamilie, wurde im Wohnwagen geboren, ist zwischen Karussell und Autoscooter aufgewachsen.

Nun also die Höllenküche. Was Nüßner vorhat, klingt solide. Pasta will er anbieten, je zwei Sorten und zwei Soßen, mit Gemüse. Die Kunden können selbst wählen, bekommen dann alles frisch zubereitet. Auch Burger und Pizza soll es geben, selbst gemacht, Wiener, Currywurst mit hausgemachter Soße. Und Pommes, natürlich. Die gehören schließlich zum Baden wie die Sonnencreme. Für die Dauercamper soll es außerdem eine Brötchenauswahl geben, ab morgens 8 Uhr. Eine Strandbar gibt es auch, mit Bier und Wein. "Keine harten Sachen", sagt Nüßner. Die vertragen sich nicht mit Sonnenstich-gefährdeten Badegästen. Aber Bands sollen spielen, an den Wochenenden. A Capella, ganz entspannt.

Noch ist Nüßners Höllenküche Baustelle, die Wand hat aber schon Farbe bekommen. Flaschengrün. Ein paar Bilder hängen schon, sie erinnern ein bisschen an ein amerikanisches Diner. Im linken Teil schrauben Nüßners Mitarbeiter gerade eine Dunstabzugshaube an, bauen die Grills auf. Ganz schön frisch ist es, die Türen stehen weit offen. Nüßner zuckt nur die Achseln. Macht ihnen nichts. Am 13. April ist Eröffnung, sie haben ordentlich zu tun bis dahin. Der Chef und sein Team freuen s ich, dass es dann endlich losgeht.

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