Neuer Verein will "Riot" nur noch für seine Konzerte nutzen

Nachdem die Arbeiterwohlfahrt das Lichtensteiner Jugendzentrum aufgegeben hat, hat die Stadt nun eine Lösung gefunden. Die stellt aber längst nicht alle zufrieden.

Lichtenstein.

Das Jugendzentrum "Riot" in Lichtenstein ist derzeit geschlossen. Seit die Arbeiterwohlfahrt, die seit 2017 Betreiber war, wegen rückläufiger Resonanz vor allem im Herbst und Winter ihren Rückzug angekündigt hatte, gab es Bemühungen, dass ein neuer Pächter einspringt und es im "Riot" nahtlos weitergehen kann. Doch das klappte nicht - und nun gibt es einige Probleme mit dem Areal. Denn binnen kurzer Zeit traten Vandalismussschäden auf, unter anderem an Holzbuden im Gelände und am Gebäude selbst. Die Stadtverwaltung hat bereits Sicherungsarbeiten vorgenommen und verfolgt laut Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) ein klares Ziel. "Wir wollen uns schnellstmöglich mit dem Verein ,Voice of Art' einigen. Ein Pachtvertrag ist in Arbeit", berichtet Nordheim. Der Verein, der in der Region Konzerte und Festivals organisiert, nutzte bisher mehrmals jährlich das Jugendzentrum für seine Veranstaltungen. Nun gibt es laut Vereinschef Karsten Böhm Pläne, die Verantwortung für das Gebäude zu übernehmen. Allerdings werde dann nicht mehr für die Jugend- lichen geöffnet sein. "Wir wollen das ,Riot' hauptsächlich wegen der Konzerte erhalten. Für einen täglichen Betrieb bräuchten wir Personal. Dafür haben wir weder die Leute noch das Geld", sagt Böhm, der hofft, dass sich bis Anfang November eine Lösung findet und dann auch die Schäden am Gebäude nicht zu groß sind.

Die Arbeiterwohlfahrt muss zudem noch alles leer räumen, und die Stadt strebt an, das Areal in einem guten Zustand zu übergeben. "Es sind noch einige Details zu klären", betont Nordheim. Wahrscheinlich müsse das Grundstück getrennt werden, da die Skateranlage im Gelände öffentlich zugänglich bleiben soll. Zudem müsse vom Verein sichergestellt werden, dass in Zukunft alle Betriebs- und Reparaturkosten getragen werden können. Denn eine finanzielle Unterstützung könne sich die Stadtverwaltung aufgrund der Haushaltslage nicht leisten.

Die bisherigen Zuschüsse für das "Riot" fließen in Richtung der Kleistschule, wo der Club "Station" wiederbelebt werden soll. Auch die Arbeiterwohlfahrt verlagert ihr Angebot für Kinder und Jugendliche dorthin, unter anderem wegen der günstigeren Lage im Wohngebiet. Zur Zielgruppe haben sich in den vergangenen zwei Jahren aber eher die Zehn- bis 14-Jährigen entwickelt. Ein Angebot für Ältere fehlt derzeit und wahrscheinlich auch künftig. Das kritisiert nicht nur der frühere "Riot"-Vorstand Steffen Bajorat, der sich von der Arbeiterwohlfahrt eine offenere Jugendarbeit gewünscht hatte - auch für Ältere. Zudem äußert er Unverständnis über den Zustand des Gebäudes und sieht Versäumnisse bei der Stadt. "Da gab es schon viele Debatten. Das ist eine verfahrene Kiste", kommentiert Thomas Nordheim die Vorwürfe. Stadträtin Ute Hoch (Linke) fordert den Erhalt des "Riot" als Jugendzentrum, denn sonst fehle ein Angebot für diejenigen, die nicht in die Schulclubs gehen. "Ich möchte auch nicht, dass die Jugendlichen dann am Bahnhof rumhängen, weil sie sonst nirgendwo hinkönnen."

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