OB: Puck liegt bei Eispiraten

Das Kunsteisstadion in Crimmitschau ist für die Stadt ein Zuschussgeschäft. Die wichtigsten Nutzer sollen sich um ein Konzept kümmern.

Crimmitschau.

Wenn es um eine Verbesserung der Bedingungen und die Schaffung einer zweiten Eisfläche am Kunsteisstadion im Sahnpark geht, nimmt der Oberbürgermeister André Raphael (CDU) die Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau und des Stammvereins ETC Crimmitschau in die Pflicht. Geschäftsführer Jörg Buschmann und Vereinschef Matthias Gerth kritisierten kürzlich in einem Interview mit der "Freien Presse" die Bedingungen in der traditionsreichen Sportstätte.

"Wir müssen feststellen, dass die Ansprüche - vor allem im Bereich des Eishockeysports - steigen. Die Stadt hat im Kunsteisstadion im Sahnpark die Grenze des finanziell machbaren erreicht", sagt André Raphael. Der Rathauschef macht deutlich, dass die Stadt jährlich zwischen 300.000 und 320.000 Euro beim Kunsteisstadion im Sahnpark "drauflegt". Eine kostspielige Angelegenheit sei vor allem die Eisbereitung an den warmen Sommertagen. Raphael: "Ich habe ein Problem damit, die Eisfläche am 15. August zur Verfügung zu stellen, wenn andere bei 30 Grad Celsius im Freibad liegen. Das ist gegenüber der Bevölkerung in Crimmitschau schwer zu vermitteln."

Mit Blick auf die Debatte, ob ein Eishallen-Neubau möglich ist, verweist André Raphael auf die Beratungen, die 2008 mit den Vertretern von Eispiraten und ETC stattgefunden haben. Damals seien die Weichen für einen Anbau, in dem sich nun die Eispiraten-Kabine befindet, gestellt worden. Dafür gab es Fördermittel. Die Bindefristen laufen bis 2036 (Anbau) und sogar bis 2041 (Kälteanlage). Das heißt: Falls im Kunsteisstadion eher das Licht ausgeht, droht eine Rückzahlung der Zuschüsse. "Das muss man immer bedenken", sagt Raphael.

Das Stadtoberhaupt spielt den Puck zu den Eishockey-Verantwortlichen. "Die Eispiraten und der ETC müssen ein Konzept vorlegen. Was ist notwendig? Wer kann dafür welchen Beitrag leisten? Und falls ein Neubau angedacht ist: Was passiert mit dem Kunsteisstadion?", sagt André Raphael. Er macht deutlich, dass bei dem Thema die gesamte Region eingebunden werden muss. Zudem sei es wichtig, dass die Eispiraten sportlich erfolgreich in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL 2) agieren und eng mit dem Stammverein zusammenarbeiten.

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