Planschbecken soll über 300.000 Euro kosten

Das Sommerbad Gersdorf bekommt eine neue Attraktion. Aber der Preis ist kein Pappenstiel. Deshalb gab es nicht nur Zustimmung. Die Rede ist auch von Verschwendung.

Gersdorf.

Im Jahr 2020 können sich Kleinkinder im Gersdorfer Sommerbad im neuen Planschbecken austoben. Der Gemeinderat hat mit zwei Beschlüssen den Weg dafür geebnet. Allerdings gab es im Gemeinderat auch Gegenwind.

Allein der Abriss des alten Planschbeckens und die Tiefbauarbeiten fürs neue sollen rund 90.000Euro kosten. Der Bau des neuen Planschbeckens inklusive Pumpen- und Filtersystem sowie Schwallbecken ist mit rund 226.000Euro veranschlagt. Gemeinderat Kai Friedrich (Die Grünen), neu im Rat, machte aus seiner Ablehnung des Vorhabens kein Hehl. "Angesichts der schwierigen finanziellen Situation, in der sich die Gemeinde befindet, ist mir das einfach zu teuer", sagt er. Er hält diese Investition für eine Verschwendung von Haushalts- und Fördermitteln. Tatsächlich hat die Gemeinde derzeit wenig Spielraum für größere Investitionen. In den vergangenen Jahren haben die Erneuerung des Marktgewölbes sowie weitere Maßnahmen zum Beseitigen der Hochwasserschäden Mittel gebunden, für die die Kommune in Vorleistung gehen musste. Auch Investitionen in Turnhalle und Schule belasteten die Budgets. Friedrich beklagt, dass Firmen derzeit Preise nach Belieben gestalten können, sodass Kommunen in bestimmten Fällen lieber auf Fördermittel verzichten sollten.

Fakt ist: Bereits der alte Gemeinderat hatte sich in einem Grundsatzbeschluss zur Modernisierung des Freizeitbereiches im Sommerbad bekannt. Gersdorf ist eine der wenigen Gemeinden in der Region, die sich den Luxus eines Freibades noch leisten und auch dazu stehen. Es war damit bereits beschlossen, dass neben dem Erneuern der Wasserrutsche auch ein neuer Beachvolleyballplatz und ein Planschbecken gebaut werden sollen. Rund 360.000 Euro, davon rund 200.000 Fördermittel von der Leaderregion, waren dafür vorgesehen und beantragt. Inzwischen ist auch der Mehrheit im Gemeinderat klar, dass man bei der aktuellen Preisentwicklung in der Branche damit nicht auskommt. Wahrscheinlicher ist, dass am Ende rund 425.000 Euro zu Buche stehen werden. "Das ist mir einfach zuviel Geld", begründet Friedrich seine Gegenstimme.

Renate Scheibner von der Kommunalen Wählergemeinschaft sieht das anders. Sie ist die Vorsitzende des Fördervereins Sommerbad Gersdorf. "Wenn wir diese Investition nicht tätigen, haben wir die Familien mit Kleinkindern nicht mehr im Bad", wendet sie ein. Damit würden Einnahmen fehlen, die man den kommunalen Zuschüssen gegenrechnen kann. "Für das alte Planschbecken würden wir aus Sicht der Hygiene keine Zulassung mehr vom Amt bekommen", sagt Renate Scheibner.

Auch für die beiden Schwimmmeister Mandy Wittig und Daniel Baumgärtel wäre das neue Planschbecken eine Entlastung. Das alte Becken bedeutete für sie eine Menge Mehrarbeit. Jeden Abend musste das Becken abgelassen und morgens vor dem Befüllen gründlich gereinigt werden. Nachteilig auch, dass die Sonne das Wasser erst wieder aufwärmen musste. Bei der neuen Anlage, die mit Filter- und Umwälzpumpen arbeitet, ist das nicht nötig.

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