Polterpiste raubt Rentner den Nachtschlaf

Mitten im Zentrum der Karl-May-Stadt geht es laut zu. Bodenwellen, Absätze, Dellen - das letzte Stück der Dresdner Straße zerbröselt langsam. Der Straßenzustand sorgt für einen hohen Lärmpegel.

Hohenstein-Ernstthal.

Erhard Große kann keine Nacht mehr richtig schlafen. Aber nicht etwa, weil man im Alter sowieso weniger Schlaf braucht. "Ich wache immer wieder auf, wenn es auf der Straße poltert", sagt Große. Er wohnt im Haus Dresdner Straße 3 in Hohenstein-Ernstthal.

Schlimm ist es vor allem, wenn Busse und schwere Laster auf der Dresdner Straße durch das Nadelöhr Richtung Altmarkt rumpeln. "Da wackelt manchmal richtig das Haus", schimpft Große. Die Wohnungen sind ausgerechnet so beschaffen, dass die Schlafzimmer zur Straße hin zeigen. Eng geht es auf dem Straßenteilstück sowieso zu, sagt Große. Das birgt schon tagsüber genügend Gefahrenpotenzial. Die linke Seite der Einbahnstraße ist zugeparkt. Autofahrer müssen dort ständig mit Fußgängern rechnen, die zwischen den Autos hervorkommen und die Fahrbahnseite wechseln. "Mich wundert, dass dort noch nichts passiert ist", sagt der Rentner. Doch nachts wird der Verkehr für ihn zur Plage. Wenn die großen Brummer zu schnell sind und über die Absätze holpern, dann donnert es laut in der Häuserschlucht. Der Schall kann nicht weg. Nur nach oben. Und dort bohrt er sich in die Gehörgänge der Bewohner. "Die Fenster können wir nachts schon lange nicht mehr öffnen", versichert Große. Der Lärm nervt nicht nur ihn.

Torsten Kleditzsch

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Tatsächlich ist das Teilstück zwischen den Abzweigen Schulstraße und Weinkellerstraße ramponiert. Die Straße ist wellig, teilweise auf kleineren Flächen abgesenkt. In den Senken sammelt sich das Regenwasser. "Die Autos fahren durch und spritzen die Wände voll", klagt Große. Risse und eine bröckelige Oberfläche lassen vermuten, dass sich spätestens im nächsten Winter der Asphalt in Wohlgefallen auflöst.

"Die Dresdner Straße ist eine Staatsstraße, dafür ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zuständig. Über den Zustand der S 245 haben wir das Amt bereits informiert", sagt Angela Höller vom Bereich Tiefbau/Straßenwesen der Stadtverwaltung. "Die Situation in dem Straßenzug ist uns, der Stadt und dem Amt für Straßenbau des Landkreises Zwickau bekannt", bestätigt Isabel Siebert, Pressesprecherin des Lasuv in Dresden. Leider komme es ausgangs der Winterperiode vermehrt zu solchen Schadensbildern. Aus dem Grund wird das Amt mit dem Kreis eine Frühjahrsbefahrung durchführen mit dem Ziel, eine Analyse der entstandenen Schäden vorzunehmen. Dabei sollen auch die Verantwortlichkeiten für Maßnahmen zur Abhilfe festgelegt werden, ebenso eine Prioritätenliste. Allerdings steht jetzt schon so gut wie fest: Die Anwohner der "Dresdner" werden sich gedulden müssen. "Unter Umständen muss eine neue Planung zur Erneuerung der bituminösen Fahrbahnerneuerung ausgelöst werden. Für dieses Jahr ist nach jetzigem Stand seitens des Lasuv keine Erneuerung vorgesehen", sagte Isabel Siebert.

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