Posse: Briefkasten in fast zwei Metern Höhe

Für den Einwurf eines Briefes hat sich mancher Oberlungwitzer dieser Tage ziemlich in die Höhe gestreckt. Die Deutsche Post hält von solcher Luftakrobatik nichts.

Oberlungwitz.

Wolfgang Enderlein traute am Mittwoch seinen Augen nicht. Dass der Briefkasten an der Robert-Koch-Straße wegen der dortigen Bauarbeiten mal eben seinen Standort gewechselt hat, nahm der 81-Jährige noch gelassen hin. Aber um so mehr staunte er, in welch luftiger Höhe sich der Posteinwurfschlitz jetzt befindet. Ist der überhaupt erreichbar? fragte er sich.

Der gehbehinderte Senior ließ die Probe aufs Exempel machen. "Ich hab' eine mich betreuende Pflegerin mal mit dem Zollstock hingeschickt", erzählte er gestern. Das Ergebnis: "Die Höhe vom Erdboden bis zum Schlitz betrug 1,93 Meter. Meine Pflegerin ist 1,60 Meter groß. Sie musste sich schon richtig lang machen, um hinzukommen." Für die alten Leute in dem Wohngebiet sei das unzumutbar, so Enderlein.

Das findet man auch bei der Deutschen Post. Der gehören die Straßenbriefkästen. Und die darf nicht jeder einfach nach seinem Gusto versetzen, sagt Tina Birke, Unternehmenssprecherin für Brandenburg und Sachsen. "Der Einwurfschlitz hat eine Höhe zwischen 1,30 und 1,40 Meter. Muss ein Kasten wegen Bauarbeiten versetzt werden, bedarf es der Abstimmung mit uns." Dafür stehe auf jedem Briefkasten der Ansprechpartner. Beim Exemplar an der Robert-Koch-Straße sei dies ohne vorherigen Kontakt mit der Post passiert. Der Mitarbeiter, der den Kasten leert, habe das gestern auch gemeldet. "Deshalb setzen wir den Briefkasten im Laufe des Tages auf die für alle Bürger erreichbare Höhe zurück", so Tina Birke.

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