"Programm umfasst breites Branchenspektrum"

IHK-Mitarbeiterin hebt Unterstützung von Unternehmensnachfolgern hervor - 14,5 Millionen Euro bereits für Betriebe im Landkreis bewilligt

Zwickau.

Firmen in den ländlichen Regionen sollen mit der neuen Förderung "Regionales Wachstum" gestärkt werden. Darüber sprach Jochen Walther mit der IHK-Fachfrau Kathrin Stiller.

Freie Presse: Knüpft der Freistaat mit der Förderung an die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) an?

Kathrin Stiller: Kann man so sagen. Denn der GRW-Zuschuss ist eines der bedeutendsten Instrumente, um Investitionen in Sachsen zu fördern. Er ist ein Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Der Zuschuss verfolgt einen überregionalen Ansatz und ist für Investitionen von mindestens 70.000 Euro geeignet. 2018 wurden im Kreis Zwickau 14,5 Millionen Euro innerhalb dieser Förderung bewilligt. Die Förderrichtlinie "Regionales Wachstum" ergänzt die bestehenden Förderinstrumente. Die sächsischen Industrie- und Handelskammern haben sich lange um dieses Programm bemüht. So können Firmen unterstützt werden, die bisher keinen Anspruch hatten. Wie der Name der Richtlinie sagt, wird ein überwiegend regionaler Ansatz verfolgt, damit sollen Betriebe im Umkreis von 50 Kilometern erreicht werden. Zudem muss ein Wachstum erzielt werden, das zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führt. Das kann die Erweiterung des Angebots sein, mehr Umsatz, erhöhte Effizienz in betrieblichen Prozessen oder ein verbessertes Angebot. Die Richtlinie ist also eine Ergänzung zum GRW-Zuschuss.

Wer profitiert von der Richtlinie "Regionales Wachstum"?

Das Programm umfasst ein breites Branchenspektrum: vom Einzelhandel, Kultur- und Kreativwirtschaft, Dienstleister, produzierendes Gewerbe bis Gastronomie, aber auch Handwerksbetriebe und freie Berufe. Die Unternehmen erhalten einen Zuschuss von 30 Prozent. Besonders werden Unternehmensnachfolger unterstützt. Hier werden Neuinvestitionen innerhalb von zwei Jahren nach der Übernahme mit 50 Prozent bezuschusst. Insgesamt können die Firmen bis zu 200.000 Euro für Investitionen in materielle und immaterielle Wirtschaftsgüter erhalten. Das sind Gebäude, Anlagen, Maschinen, auch Patente, Betriebslizenzen und Sicherheitstechnik.

Sind die Antragsteller an gewisse Bedingungen gebunden?

Das Investitionsvolumen muss mindestens 20.000 Euro betragen und finanziell eine besondere Anstrengung bedeuten. Bei der Antragstellung müssen vorhandene Dauerarbeitsplätze mindestens drei Jahre nach Beendigung der Investition gesichert sein.

Wo können sich Interessenten beraten lassen?

Die Anträge sind schriftlich bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) einzureichen. Wichtig ist, dass der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt wird. Das Vorhaben darf erst gestartet werden, wenn von der SAB ein Zuwendungsbescheid oder eine schriftliche Genehmigung für einen vorfristigen Beginn erteilt ist.

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