Quarkmühle: Abriss wird billiger

Die Industriebrache zwischen Wüstenbrand und Oberlungwitz kommt endlich weg. Bei der Auftragsvergabe gab es einen richtigen Bieterwettstreit.

Wüstenbrand.

Mittlerweile ist es ja so: Die Kommunen haben es immer schwerer, Unternehmen zu finden, die sich an ihren Ausschreibungen beteiligen. Die Auftragsbücher vieler Firmen sind proppevoll. Folge: Die Städte und Gemeinden müssen häufig tiefer in die Tasche greifen. Aber ein aktuelles Beispiel aus Hohenstein-Ernstthal zeigt, es geht auch anders.

An der Ausschreibung für den Abriss der Quarkmühle inklusive Nutriafarm zwischen dem Hohenstein-Ernstthaler Ortsteil Wüstenbrand und Oberlungwitz haben sich zwölf Unternehmen beteiligt. Das geht aus den Sitzungsunterlagen des Technischen Ausschusses hervor, der diese Woche getagt hat. "Das war ein richtiger Bieterwettstreit", sagte Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) am Freitag zur "Freien Presse". Das sei man in den Rathäusern gar nicht mehr gewöhnt.

Die Stadtverwaltung hatte ursprünglich mit Abrisskosten in Höhe von rund 150.000 Euro gerechnet. 90 Prozent davon können durch Fördergelder gedeckt werden, bliebe ein Eigenanteil von rund 15.000 Euro. Nach Beendigung der Ausschreibung steht fest, dass der Abriss billiger wird. Denn das günstigste Angebot liegt bei 110.000 Euro. OB Lars Kluge: "Die 90 Prozent Fördermittel bekommen wir natürlich auch jetzt noch. Für uns wird jetzt der Eigenanteil niedriger." Die beiden höchsten Angebote lagen übrigens bei 314.000 und bei 292.000 Euro. Jetzt wird das Unternehmen Püschmann aus Lugau den Abriss vornehmen. Das haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses auf ihrer Sitzung beschlossen. Bis Februar soll die Quarkmühle, die erstmals 1674 erwähnt und bis zum Jahre 1939 als Mühle genutzt wurde, weg sein. Die Nutriafarm besteht erst seit 1980. In den Ställen wurden ständig zwischen 100 und 120 Nutrias gehalten und zur Fell- und Fleischgewinnung geschlachtet. Mit der Wende gab es keinen Bedarf mehr, die Farm machte dicht. Oberbürgermeister Kluge: "Wenn in unserer Innenstadt historische Gebäude weg müssen, die lange Zeit leer stehen und verfallen, dann ist das traurig. In diesem Fall freuen wir uns, der Natur ein Stück zurückzugeben. Auch Ortsvorsteher Dietmar Röder (SPD) ist froh: "Endlich kommt eine Gefahrenquelle weg."

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