Räumliches wird zu Kunst

Der Dresdner Künstler Jean Kirsten stellt sich am Sonntag in der Galerie der Mugler-Stiftung kunstinteressierten Besuchern.

Gersdorf.

Wie streitbar ist Kunst? Davon können sich am Wochenende Besucher in der Galerie der Albrecht-Mugler-Stiftung selbst ein Urteil bilden. Am Sonntag öffnet von 14 bis 17 Uhr die Kunst-Villa in der Stollberger Straße 3 wieder einmal für Kunstinteressierte. Wer zum Adventsausflug dort in die Kunstszene eintauchen möchte, den erwartet eine Werkschau des Dresdner Künstlers Jean Kirsten. Der Künstler selbst steht am Sonntag den Besuchern Rede und antwort.

Jean Kirsten, Jahrgang 1966, studierte von 1990 bis 1995 bei Günter Horlbeck an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden, war danach Meisterschüler und ab 1998 bis 2004 künstlerischer Assistent bei Günther Hornig an der Dresdner Hochschule. Mit seinen Ausstellungen bringt Kirsten immer eine Botschaft rüber. Die Titel der Expositionen sind allein schon aussagekräftig: "Keine Kunst - kauf Klamotten" (1995), "Das ist das Ende" (2001), "Schnauze halten" (2004), "Du sollst nicht lieben den Falschen" (2005) oder "Geliebte und ungeliebte Kinder" (2006) machen nachdenklich.


In der Gersdorfer Schau ließ sich Kirsten insbesondere von der Raumharmonielehre inspirieren. In seinen Werken verarbeitete der Künstler die Erkenntnisse von Rudolf von Laban (1879-1958), der als eine Zentralfigur des europäischen modernen Tanzes gilt. In der von ihm aufgestellten Raumharmonielehre wird das Verhältnis des Menschen zum ihm umgebenen Raum untersucht. Wen wundert es also, dass sich unter den Werken mehrere Tanzszenen finden.

Neben den Siebdrucken von Tanzstudien und eigenwilligen Darstellungen von Magnolien zeigt der Künstler seine Auffassung von Räumlichkeit. So beispielsweise bei "Platonische Skulptur". So nennt er den Würfel aus Holzrahmen und Aluminium-Verstrebungen. Kirsten verarbeitet auch Stahl, Glas, Kunststoffe, Leinwand, Papier, Pappe und Vlies. Ebenso vielfältig sind die Techniken in seinem künstlerischen Schaffen. Klassische Malerei wechselt sich da ab mit Radierung, Fotografie, Siebdruck, Schneiden, Nähen und 3D-Druck. Die Inhalte sind bei ihm natürlich immer gewollt streitbar.

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