Räumungsklage gegen Stiftung: Streit spitzt sich zu

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Stadt Lichtenstein und Peter Daetz zur Zukunft des Daetz-Centrums verhärten sich. Nun muss die Sammlung wahrscheinlich ausziehen.

Lichtenstein.

Mit dem Daetz-Centrum nimmt es offenbar kein gutes Ende. Damit steht auch das Lebenswerk von Peter Daetz (88), dem Initiator der Holzkunstausstellung und der gleichnamigen Stiftung, auf der Kippe. Grund: Die Fronten zwischen ihm und der Stadtverwaltung Lichtenstein, was die Zukunft der Ausstellung angeht, sind derart verhärtet, dass es nun wohl keine einvernehmliche Lösung mehr geben wird. Das heißt: Daetz muss möglicherweise mit seiner kompletten Sammlung (600 Exponate) aus dem Palais und dem Tunnel raus.

Die Stadtverwaltung Lichtenstein als Eigentümerin hat nun beim Landgericht in Zwickau Räumungsklage gegen die Daetz-Stiftung eingereicht. Das teilte Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) am Freitag offiziell mit. Die Klage ist eine Folge der ergebnislosen Verhandlungen zwischen dem Bürgermeister und Daetz. Streitpunkt war immer wieder, in welchem Umfang Daetz in Zukunft seine Sammlung in der städtischen Einrichtung zeigen darf.

Offenbar wurde lange verhandelt. Bürgermeister Nordheim teilte in der Presseerklärung mit: "Eine gemeinsame Beratung zwischen Herrn Daetz, den vier Fraktionsvorsitzenden sowie dem Bürgermeister am 1. März endete ergebnislos. In den darauffolgenden Wochen wurde versucht, unter Einbeziehung der jeweiligen anwaltlichen Vertreter, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. In deren Beisein erfolgte am 9. Mai ein mehrstündiges, aber ebenso ergebnisloses Schlichtungsgespräch."

Immer wieder war es in den Verhandlungen darum gegangen: Wenn die Stadt die Exponate von Daetz quasi in ihren eigenen Räumen ausstellt, inwieweit ist Daetz bereit, sich zum Beispiel an den Nebenkosten zu beteiligen? Nordheim steht nach eigener Aussage auf dem Standpunkt, wenn Daetz Umfang und Größe seiner Ausstellung bestimmen will, habe er entsprechend zum Unterhalt bei- zutragen.

Ein flexibleres Ausstellungskonzept mit reduzierter Holzkunstausstellung und wechselnden Inhalten sowie die Zusammenführung mit dem Stadtmuseum ist für Peter Daetz offenbar keine Option. Trotzdem folgten weitere Verhandlungen. Am 31. Mai legte das Rathaus laut Nordheim Daetz einen weiteren Vertragsentwurf vor. Mit Schreiben vom 28. Juni sollen die Anwälte von Peter Daetz indes neue Forderungen und weitere Ansprüche bekundet haben, "ohne ansatzweise die bekundete Teilberäumung etwa des Foyers oder des Tunnelbereiches vorzunehmen", so Nordheim. Das permanente Hinauszögern sei nicht weiter hinnehmbar.

Daetz äußerte sich am Freitag nur kurz. Er kündigte an, gegen die Stadt Lichtenstein und deren Entscheidung vorzugehen. Die Fronten bleiben also verhärtet.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Haecker
    22.07.2018

    Ich habe eigentlich immer gedacht, die Daetz-Ausstellung sei ein großer Gewinn für die Stadt Lichtenstein. Es kann sein, dass die Vermarktung noch etwas verbessert werden müsste, damit mehr Besucher von auswärts angezogen werden (eine Hinweis-Tafel an der Autobahn existiert allerdings). Glaubt die Stadt, dass die Mini-Welt allein ausreicht? Und was soll aus den Räumlichkeiten werden?



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