Ratskeller wird verkauft

Das historische Gebäude am Lichtensteiner Altmarkt hat einen neuen Eigentümer. Der will auch das Stadtzentrum beleben. Für das Museum im Haus gibt es auch eine Lösung.

Lichtenstein.

Früher gab es hier Gastronomie und den Puppenkeller. Heute steht der Ratskeller am Lichtensteiner Altmarkt größtenteils leer. Doch für das Sorgenkind der Stadt konnte ein Käufer gefunden werden. Auch Lichtensteins Bürgervertreter haben der Veräußerung des historischen Gebäudes nun zugestimmt.

Da das Gebäude an der Ernst-Thälmann-Straße 29 zur Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) gehört, musste sich der Stadtrat mit dem Verkauf befassen. Eigentümer des Ratskellers und der beiden Nachbargebäude wird nun der Lichtensteiner David Dürr. "Bei ihm ist es in guten Händen", sagte Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler). Mario Müller (FDP) hatte seine Zustimmung nur unter der Bedingung gegeben, dass die Immobilie an einen Käufer aus Lichtenstein geht. Beate Schöne (CDU) stimmte als Einzige dagegen. Begründung: "Das Tafelsilber darf nicht verkauft werden."

David Dürr verspricht, die historischen Fassaden der Gebäude nicht anzukratzen, wie er auf Anfrage mitteilt. "Historische Hülle - modernes Interieur", so lautet das Konzept des Käufers, der selber studierter Architekt ist. In dem Haus möchte Dürr neuen Wohnraum schaffen. Zwar gäbe es davon in Lichtenstein eigentlich nicht zu wenig. "Die bestehenden Wohnungen liegen aber meist in weniger zentralen Gebieten."

Der Altmarkt ist aus Sicht des Architekten eine sehr interessante Ecke. Die Idee: Wenn hier mehr Leute hinziehen, würde das auch zur Belebung der Innenstadt beitragen. Davon wiederum könnte auch der Altmarkt profitieren, wo in den vergangenen Jahren eher Geschäfte verschwanden als entstanden.

Dürr möchte Wohnungen von etwa 90 bis 140 Quadratmetern schaffen. "Das Angebot soll sich vor allem an Familien richten." Denen möchte er auch eine gute Ausstattung bieten. Dazu gehören Parkettfußboden und eventuell sogar Fußbodenheizungen. Trotz allem Komfort sollen die Wohnungen jedoch bezahlbar bleiben.

In der Stadt hatte es zuvor Überlegungen gegeben, die drei Gebäude an ein IT-Unternehmen aus Brandenburg zu verkaufen. Der Plan wurde aber fallen gelassen. Wenn es um die Attraktivität des Stadtzentrums geht, haben Wohnungen laut Dürr gegenüber Geschäften einen entscheidenden Vorteil: "Abends brennt in den Fenstern Licht. Das wirkt viel anziehender auf die Leute." Außerdem: "Der Bäcker nebenan hat sogar am Sonntag offen."

Die erste Etage des Ratskellers wird bislang vom Stadtmuseum genutzt. Dieses muss jedoch nicht ausziehen. Dürr hat sich verpflichtet, der Kultureinrichtung so lange ein uneingeschränktes Nutzungsrecht einzuräumen, bis diese ins Schlosspalais zieht. Die neuen Wohnungen sollen, wenn alles glatt geht, bis Anfang 2021 beziehbar sein.


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