Richter will CDU treu bleiben

Es ist nicht lange her, da überlegten Mitglieder der Heinrichsorter CDU, eine Wählervereinigung zu gründen. Das Thema soll nun vom Tisch sein.

Lichtenstein.

Wie geht es weiter mit der Lichtensteiner CDU? Die Vorstandswahl am Dienstag, bei der sich Dagmar Hamann gegen Wolfgang Sedner durchsetzte, hat einen gespaltenen Stadtverband gezeigt. Annett Richter wurde als stellvertretende Vorsitzende abgewählt. Mit Alexander Illing und Heike Tölle Krämer verpassten auch die anderen Heinrichsorter Bewerber den Einzug in den Vorstand.

"Heinrichsort ist der klare Verlierer der Wahl", sagt Richter auf Anfrage der "Freien Presse". Dies sei äußerst bedauerlich, da die Ortschaft innerhalb des Lichtensteiner Stadtverbandes eine Art CDU-Hochburg darstellt. Immerhin sind sieben von acht Ortschaftsräten Christdemokraten. Und die stehen hinter ihrer Ortsvorsteherin Annett Richter - auch als diese Anfang Januar von ihrem Posten als Fraktionsvorsitzende entbunden wurde. Bereits vor den Kommunalwahlen im Mai 2019 hatten die Heinrichsorter überlegt, der CDU den Rücken zu kehren und eine Wählervereinigung zu gründen. Das kam bei der Vorstandswahl erstmals öffentlich zur Sprache. Doch das Thema Wählervereinigung sei vom Tisch. Auch nach der krachenden Niederlage am Dienstag.

"Ich werde der CDU treu bleiben", sagt Richter. Ihren Konfrontationskurs gegenüber Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) will sie aber beibehalten. "Die Leute, mit denen ich täglich auf der Straße spreche, finden das gut." Richter sagt, dass eben dieser Konfrontationskurs zu ihrer Absetzung geführt habe. Die Fraktion bestreitet das.

Über die damaligen Überlegungen der Heinrichsorter, der CDU den Rücken zu kehren, zeigt sich Jens Steinert entsetzt. Der Vizefraktions-Chef hatte erst am Dienstag davon erfahren. "Man hätte damals mit uns reden können, das ist aber nicht passiert", erinnert er sich. Zusammen mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden Christian Rochlitzer und den Stadträten Matthias Ramm und Rico Beckert möchte Steinert dennoch bald auf die Heinrichsorter zuzugehen. "Wir wollen noch einmal unsere Sicht der Dinge darlegen." Es ist ein Versuch, die in der Causa Richter aufgewühlten Wogen zu glätten.

Steinert wünscht sich, dass die CDU im Stadtrat wieder geschlossen auftritt: "Der Streit mit Frau Richter ist aus meiner Sicht geklärt, wir werden jedem die Hand reichen." Mit den anderen Parteien wolle die CDU weiter kooperieren. "Solange es dem Wohle der Stadt dient", so Steinert.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.