Rohbau steht - Arbeit am neuen Edeka geht in die nächste Phase

Die Handwerker kommen am neuen Standort des Supermarktes gut voran. Auch wann sie fertig sein werden, kann der Baustellenleiter mittlerweile schon sagen.

Hohenstein-Ernstthal.

Ein gelber Kran hievt Steine und andere Baumaterialien hoch zum Flachdach, wo emsige Arbeiter die Ladung in Empfang nehmen. Gerüstbauer kontrollieren ihre Konstruktionen, Verputzer stehen an der Außenwand und bringen graue, feuchte Masse auf den roten Ziegeln der Fassade an. Aus dem Inneren des riesigen Rohbaus, der bald ein fertiger Edeka-Markt sein soll, dringen die Geräusche der Klempner und Elektriker. Hoch über dem Areal nahe dem Hohenstein-Ernstthaler Bahnhof ziehen graue Wolken über den Himmel. Am Rande der Baustelle, vor metallenen Containern, die als Planungsbüros und Pausenräume dienen, steht Mario Zenker - und macht einen Zufriedenen Eindruck.

"Wenn das Wetter mitspielt, müsste heute das Hauptdach fertig werden", sagt der 54-Jährige. Zenker ist Leiter der Baustelle und damit beauftragt, den Überblick zu behalten über die derzeit gut 40 Leute, die Stück für Stück den neuen Markt entstehen lassen. Mit Abschluss des Dachs ist ein wichtiger Bauabschnitt geschafft, man könnte Richtfest feiern, sagt Zenker.


Begonnen haben die Arbeiten auf dem Gelände bereits im Januar dieses Jahres. Denn bevor der neue Bau entstehen konnte, musste ein alter weichen. Die bekannte Clauß-Fabrik, der spätere VEB Trikotagenwerk, wurde abgerissen - nicht zur Freude aller Bewohner der Stadt. Einige bedauern den Verlust eines Stücks heimischer Industriegeschichte, wie zum Beispiel Stadtchronist Wolfgang Hallmann. Er kritisiert, dass auf vielen einstigen Produktionsstandorten nur noch Supermärkte stehen. Im Februar dann haben die Tiefbau-Arbeiten begonnen. Für anfallendes Regenwasser musste ein unterirdischer Wasserspeicher mit 150 Kubikmetern Fassungsvermögen angelegt werden: ein Reservoir mit den Dimensionen eines fünf Meter langen, sechs Meter breiten und fünf Meter tiefen Schwimmbeckens. Im März, hatten dann die Hochbauarbeiten begonnen, die nun Mario Zenker verantwortet.

Über 4000 Quadratmeter Fläche hat das neue Gebäude, in dem sich bald anstatt von Arbeitern die Kunden samt Einkaufswagen tummeln sollen. Hinzu kommen 6000 Quadratmeter Außenanlage mit Zufahrten und Parkplätzen einerseits, Grünflächen und einem Spielplatz andererseits. Letztere hatte die Stadt zur Bedingung gemacht. Man erhofft sich aufseiten der Kommune viel Positives vom neuen Markt: Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) freute sich schon im März während einer Begehung: "Das Einkaufszentrum wird zu einer Bereicherung und zu einer erhöhten Kundenfrequenz in der Innenstadt beitragen." Kritik kam damals von SPD-Stadtrat Wolfgang Benn. Er monierte, dass der Markt zwar zur Belebung der Innenstadt beitragen könne, allerdings würde Hohenstein-Ernstthal lediglich einen neuen Supermarkt bekommen und nicht - wie ursprünglich angedacht - einen Markt mit mehreren Sparten.

Das muss Bauleiter Zenker nicht interessieren. Er und die Handwerker haben viel geschafft. Der Meister kann Auskunft geben, was nun als nächstes zu tun ist: "Jetzt ist der ganze Ausbau dran", sagt er. Zudem werde die Baustelle aufseiten der Immanuel-Kant-Straße geschlossen, um weitere Arbeiten im Erdreich vorzunehmen. "Was genau, kann ich gar nicht sagen", so Zenker. Der Tiefbau liege nicht in seiner Verantwortung.

Fest steht: Alles sieht danach aus, dass die ersten Kunden noch dieses Jahr durch die Eingangstüren des neuen Marktes laufen werden. Der Bauleiter schätzt, dass die Arbeiten gegen Mitte September abgeschlossen sein werden. Allerdings gebe es bis dahin noch einiges zu tun.

Bewertung des Artikels: Ø 1.5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...