Sauerei: Wildschweine zerlegen Meeraner Stadion

Die Stadt als Eigentümerin des Geländes denkt nun über die komplette Einzäunung nach. Wann und wie das erfolgen soll, ist aber noch völlig unklar.

Meerane.

Sie waren wieder da, wüteten schlimmer als zuvor: Wildschweine auf Nahrungssuche. Nicht nur die Mitglieder des Meeraner Sportvereins (MSV) sind mächtig sauer. Auch die Mitarbeiter der Stadt, die Eigentümerin des Stadions ist, trauten ihren Augen nicht. In der Nacht zum Reformationstag hatten Wildschweine den Rasen auf einer Fläche von circa 300 Quadratmetern verwüstet. "Glücklicherweise finden die Spiele unserer Fußballer auf dem Kunstrasen-Platz statt. Der ist eingezäunt, da kommen die Tiere nicht ran", so MSV-Chef Nikolas Sonntag.

"Bereits vor zwei Wochen hatte das Schwarzwild die Randbereiche des Stadions zerstört", teilte Stadtsprecherin Heike Hönsch mit. Über die Höhe des verursachten Schadens konnte sie aber keine Angaben machen. Nur so viel: Der zerstörte Rasen soll möglichst rasch wieder erneuert werden. Dazu seien die Vorbereitungen angelaufen. "Wir suchen derzeit nach einer Lösung, um das Eindringen der Tiere zu verhindern." Dazu hat sich Hönsch zufolge die Stadtverwaltung bereits mit der Revierförsterin getroffen, um sich über das weitere Vorgehen zu verständigen. Bisher wird ein Zaun um das Station herum favorisiert, der Abhilfe schaffen soll. An welche Art von Zaun die Verwaltung dabei denkt, auch dazu machte Stadtsprecherin Hönsch keine Angaben.

Doch das ist laut Mike Richter vom Kreisjagdverband Chemnitz wichtig, um weitere Schäden zu verhindern. "Maschendrahtzaun bringt überhaupt nichts. Da zwängen sich die schwergewichtigen Vierbeiner einfach unter durch. Viel wirkungsvoller sind dagegen Doppelstabzäune oder auch massive Metallzäune", erklärte der 51-Jährige. Er bestätigte in dem Zusammenhang, dass vor allem wegen der milden Winter die Wildschweinpopulation gewachsen ist. Bei einem strengen Winter würden längst nicht alle Jungen einer Bache überleben. Die hungrigen Wildschwein-Rotten seien nun permanent auf Nahrungssuche. "Wildschweine passen sich relativ schnell ihrem Lebensraum an - vor allem bei der Nahrungssuche", unterstrich der Experte. "Man muss wissen, dass die Schweine auf der Suche nach tierischem Eiweiß sind, also Regenwürmer, Engerlinge, Schnakenlarven und Ameisenpuppen. Und dabei durchwühlen sie den Erdboden systematisch." Deshalb seien auch Schäden in Maisfeldern, wo sie sich ebenso ihre Leckerbissen holen, keine Seltenheit. Nicht nur das: Großflächige Maisschläge würden ihnen ideale Rückzugsbedingungen bieten. Dies wiederum erschwert laut Richter das Bejagen der Wildschweine. "Wir haben aber trotzdem schon mehr Schweine als sonst geschossen", ergänzte Richter. Und dennoch: "Der Wildschweinbestand ist nach wie vor extrem hoch", erklärte kürzlich Sandra Moos, Sachbearbeiterin Jagd im Landratsamt Zwickau. So hatten im zurückliegenden Jagdjahr 2018/19 die Weidmänner und -frauen 1346 Schweine geschossen und damit fast genauso viele wie im Jagdjahr 2017/18. Da waren es 1396. 54 Wildschweine verendeten laut Moos nach Verkehrsunfällen.

Es ist nicht das erste Mal in der Region, dass die Schwarzkittel derartige Verwüstungen anrichteten. So hatten am Waldrand im Glauchauer Stadtteil Niederlungwitz die Wildschweine bis zu einem halben Meter breite Löcher auf einer Wiese hinterlassen. Und auch am Bismarckturm und dem Glauchauer Klinikum sind Wildschweine schon häufig gesichtet worden.

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