Schlossspektakel gibt es nicht mehr

Der Veranstalter des beliebten Mittelalter-Events und die Stadt Glauchau gehen getrennte Wege. Und das ausgerechnet im Agricola-Jahr.

Glauchau.

Für Anja Lenz würde ein Stück Glauchau fehlen, wenn es das Schlossspektakel nicht mehr gibt. Seit vielen Jahren hat die Glauchauerin das mittelalterliche Spektakel besucht, nun findet es plötzlich nicht mehr statt. Schade, sagt sie. Sie sei mit ihrer Familie immer gern dabei gewesen. Zwar gebe es in Altenburg und Chemnitz-Rabenstein auch Mittelalter-Events, aber Glauchau sei immer etwas Besonderes gewesen.

Ausgerechnet im Georgius-Agricola-Jahr - der in Glauchau geborene Renaissancegelehrte wäre dieses Jahr 525 Jahre alt geworden - stirbt das traditionelle Schlossspektakel, das mittelalterliches Flair in den Schlosshof brachte. Übrigens gab es die erste Auflage vor 25 Jahren, nämlich im Sommer 1994. Und da feierte Glauchau den 500. Geburtstag des großen Sohnes. Heute ist das Schlossspektakel begraben, und die Beteiligten schweigen sich aus. "Es ist eine Entscheidung der Stadt Glauchau, mehr sagen wir dazu nicht", heißt es beim Veranstalter, der Coex-Agentur mit Sitz in Cottbus, kurz und knapp. Und auch die Stadt Glauchau gibt sich wortkarg. Es sei eine "einvernehmliche Entscheidung gewesen", heißt es auf Anfrage. Über die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, will die Stadt aber nichts sagen. Und auch die Antwort auf die Frage nach einer alternativen Veranstaltung im Schlosshof bleibt vage. "Es wird gerade an einem neuen Konzept für eine Veranstaltung im Spätsommer gearbeitet", heißt es. Ob der Spätsommer 2019 gemeint ist? "Wir werden zeitnah informieren", lautet die Antwort. Genauere Informationen gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Mit dem Schlossspektakel stirbt nach dem Woodstage-Festival und dem "Reggae Sun" eine weitere über die Grenzen der Stadt Glauchau hinausreichende Großveranstaltung. Seit einem Vierteljahrhundert lockte das Event mehrere Tausend Besucher nach Glauchau. Größen der Mittelalter-Szene, in der Glauchau einen Namen hatte, gaben sich die Klinke in die Hand. Letztes Jahr war die Veranstaltung wegen der Bauarbeiten am Schlossvorplatz eingeschränkt. Die Coex-Veranstaltungsagentur war seit 2003 für das Glauchauer Schlossspektakel verantwortlich. Zuvor organisierte die Chemnitzer Agentur Mittgard die anfangs dreitägige Veranstaltung.

Coex aus der Lausitz zeichnet in Glauchau auch für den historischen Teil des Weihnachtsmarktes verantwortlich, der jedes Jahr im Schlosshof Forderglauchau über die Bühne geht. Die jetzt getroffene Entscheidung zum Aus des Schlossspektakels soll nach Auskunft des Glauchauer Rathauses keinen Einfluss auf den kommenden Weihnachtsmarkt haben.


Was im Schlosshof noch geht

Im aktuellen Veranstaltungskalender des städtischen Kulturbetriebs sind neben den Ausstellungen der Galerie "Art Gluchowe" und Events im Museum, das Schlosshofkonzert in Hinterglauchau mit dem Rothenbacher Männerchor, der Abend des Whiskyvereins "Whisky in the Castle", die Sommerkunstwerkstatt des Kunstvereins, das Jazz-Open-Air von Jazzclubs Glauchau und die Nacht der Schlösser vom Verein Zeitsprungland aufgeführt. (sto)

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