Schwerer Sturz und viele Wespenstiche

Einen anstrengenden Tag hatten die Notfallsanitäter des DRK-Kreisverbandes bei ihrem Dienst zur Straßen-Radmeisterschaft am Sachsenring. Da waren alle Liegen belegt.

Oberlungwitz.

Das Rettungsteam des DRK-Kreisverbandes Hohenstein-Ernstthal hatte am Wochenende bei den Deutschen Straßenrad-Meisterschaften auf dem Sachsenring alle Hände voll zu tun. 25 Einsätze verbuchten die Notfallsanitäter Mirko Seidel und Felix Scholte.

Dazu kamen jene Einsätze, die im direkten Zusammenhang mit dem Renngeschehen standen. Wie anspruchsvoll die 3671 Meter lange Berg-und-Tal-Bahn ist, bekamen einige Fahrer im wahrsten Sinne zu spüren. "Wir mussten vor allem Prellungen und großflächige Schürfwunden versorgen", so Mirko Seidel. Den heikelsten Einsatz gab es im Rennen der Frauen, als sich Mitte des Rennens kurz vor der Waldmann-Kurve im Peloton offenbar Konkurrentinnen touchierten. Dabei stürzte Pia Victoria Stender vom RV Kiel schwer. Die junge Radsportlerin erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, Schürfwunden, Prellungen und verlor beim Aufprall mehrere Frontzähne. Nur Sekunden später eilte ihr Ärztin Karola Richter zu Hilfe. Sie war mit dem Begleitfahrzeug direkt hinter dem Peloton unterwegs.

Wegen der massiven Verletzungen und der kurzen Bewusstlosigkeit stufte die Ärztin ihre Patientin als schwerstverletzt ein und alarmierte den Rettungshubschrauber. Der landete sieben Minuten später am Sachsenring. Der eingeflogene Notarzt entschied sich für einen schonenden Transport. So wurde die Sportlerin umgehend zur Diagnostik ins Zwickauer Heinrich-Braun-Krankenhaus geflogen. Damit begann das Bangen.

"Der Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung hat sich zum Glück nicht bestätigt", so Jens-Dieter Haushahn, Pressesprecher des RV Kiel, am Montag. Auch Ehemann André hat seine Pia bereits zweimal im Krankenhaus besucht und gab sich am Telefon erleichtert: "Die medizinische Versorgung ist absolut perfekt abgelaufen. Es geht ihr gut. Aber sie wird noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben müssen."

Pia Victoria Stender gehört seit 2018 dem Frauenteam des RV Kiel an. Sie gilt als aussichtsreiches Talent im Straßenradsport, holte 2018 einen Sieg im ersten Eliterennen und den Landesmeistertitel im Kriterium. 2019 sicherte sie sich den Titel als Nordmeisterin im Zeitfahren. Auf dem Sachsenring fahren die Frauen die 98 Kilometer lange Renndistanz immerhin mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 Kilometern pro Stunde. Die Männer bringen es auf 5 km/h mehr.

Notfallsanitäter Mirko Seidel: "Wir waren an dem Tag mehr ausgelastet als an einem normalen Tag mit Fahrertraining." Alle Liegen im Medical-Center des Sachsenringes waren belegt. Auch unter den Zuschauern gab es kleinere Notfälle. "Wir mussten jemanden mit Zuckerschock behandeln, außerdem gab es acht Personen, die Wespenstiche erlitten hatten", so Seidel. Auch ein siebenjähriger Junge brauchte Hilfe, er war plötzlich umgefallen. "Aber kein Problem, den haben wir schnell wieder aufgepäppelt." In der Nähe von Start und Ziel erwischte es außerdem die Fotografin eines Teams. Ihr Kreislauf schwächelte auf einmal. "Alles in allem war es schon ein ereignisreicher Tag für das Einsatzpersonal unseres DRK-Kreisverbandes", so Seidel.

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