Seniorin macht das Leben auf dem sonnigen Altmarkt bunter

Von einer Seniorin, die sich gern als Clown verkleidet, einem scheidenden Musiker, einem Team mit Gütesiegel und dem Abschied einer Amerikanerin.

Gisela Joike (85) aus Limbach-Oberfrohna sorgte am Mittwoch für einen Farbtupfer auf dem Altmarkt. Vor der Kalten Hedwig hatte sie ihren Stand mit der Plüschtiertombola aufgebaut. Ihr echtes Haar verschwand unter einer pinkfarbenen Perücke, und zur Freude der Marktbesucher hüllte sie sich in ein Clownskostüm. Das zog natürlich die Blicke der Kinder an. Gisela Joike ist sozusagen die Alterspräsidentin des Beratungszentrums für Soziales "Halt" in Hohenstein-Ernstthal. "Sie schlüpft bei Bedarf auch mal ins Hasenkostüm", sagt Vereinschef Harald Koch. Das Alter sieht man der munteren Dame nicht an. Und eigentlich sagt sie es auch nicht gern, nur ausnahmsweise. Denn das zieht meist Fragen nach sich. "Manche Leute belächeln mich, warum ich mir in dem Alter das noch antue. Aber es ist mir wichtig, nicht nur zu Hause herumzusitzen, sondern noch etwas sinnvolles zu tun, an dem ich Spaß habe." Ein Patentrezept fürs Jungbleiben hat sie nicht. "Einfach aktiv bleiben und die Sonne ins Herz lassen", sagt sie. (hpk)

Martin Müller (36) wird am Sonntag im gemeinsamen Gottesdienst der evangelischen Kirchgemeinden von Oberlungwitz und Gersdorf, der 9.30 Uhr in der Oberlungwitzer St.-Martins-Kirche beginnt, als Kantor verabschiedet. Müller war seit Oktober 2015 in den beiden Gemeinden tätig. Die musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste, die Chorarbeit sowie die Organisation und Durchführung von Konzerte gehörten zu seinen Aufgaben. Das war nicht immer ganz einfach, denn in den Gotteshäusern in Oberlungwitz und Gersdorf fanden in den vergangenen Jahren größere Orgelsanierungen statt. "Ab Anfang Oktober beginne ich eine Stelle als Kirchenmusiker in der Oberlausitz", erklärt Martin Müller, der mit seiner Frau Anne, die als Religionspädagogin tätig war, und der gemeinsamen Tochter somit wieder in Richtung der Heimat zieht. Der Wechsel hat vor allem familiäre Gründe. Offiziell im Amt ist Martin Müller noch bis Ende September. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht klar. (mpf) Dr. Harry Sirb (65), und das Team der Kinder- und Jugendklinik des DRK-Krankenhauses Lichtenstein erhalten das Gütesiegel "Ausgezeichnet. Für Kinder" nun bereits zum siebten Mal in Folge. Um an die Auszeichnung kommen, müssen Sirb und seine Mitarbeiter einen 39-seitigen Fragebogen mit hundert Kriterien ausfüllen. Eine Prüfungskommission aus Eltern-und Patientenverbänden entscheidet über die Vergabe des Preises, der zwar nicht dotiert, aber ein Spiegel für die Qualität der Klinik sei. "Und die Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr", sagt der Kinderarzt, der trotz seiner 65 Jahre sobald nicht in Rente gehen möchte. Er genieße es aktuell sehr, mit seinem Team zusammenzuarbeiten, das aus zwölf Ärzten, 15 Kinderkrankenschwestern, Reinigungs- Küchenkräften sowie Betreuern besteht. Und das Gütesiegel, stellt Sirb klar, "ist eine klare "Team-Auszeichnung". Und obwohl es mühselig wäre, alle Kriterien einzeln aufzuzählen, komme es vor allem darauf an: "Kinder nicht wie kleine Erwachsene zu behandeln." (akli)

Andrea Myers (40), die in den USA zuhause ist, hat sich der Textilkunst verschrieben. Diese Leidenschaft teilt sie mit Marina Palm, Leiterin des Textil- und Rennsportmuseums in Hohenstein-Ernstthal. Dort ist die Sonderausstellung "Neon Speed" mit farbenfrohen Werken der Amerikanerin am morgigen Sonntag zum letzten Mal zu sehen. Eines der großen Textilbilder entstand aus rund 60 alten Jeanshosen und bunten Stoffteilen. Vorlage war ein Foto aus dem Jahr 1989, das Menschen auf der Berliner Mauer zeigt. "Die verschiedenen Stoffteile wurden an die Wand getackert", erklärte Andrea Myers, die ihre Kunstwerke im Februar gestaltet hatte. Durch die Corona-Pandemie lief die Ausstellung nicht so geplant und wurde deshalb bis zum 2. August verlängert. Im Jahr 2018 war Andrea Myers schon einmal im Rahmen eines Künstleraustausches in Sachsen. Damals erfuhr sie auch vom Textil- und Rennsportmuseum. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils 13 bis 17 Uhr. (mpf)

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