Siegerkürbis bringt mehr als zwei Zentner auf die Waage

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Der Callenberger Kürbismeister 2021 ist ermittelt. Bei den Juroren waren dabei Gewicht- heberqualitäten gefragt.

Reichenbach.

Eine strapazierfähige Decke, vier Mann, vier Ecken. Allein hätten Wiegemeister Dirk Schubert und Moderator Jens Wienhold den Monsterkürbis gar nicht auf die Dezimalwaage verfrachten können. Die stöhnte und ächzte förmlich, bis sie das Ergebnis preisgab: 107,4 Kilogramm.

Bereits zum siebten Mal haben Heimatverein und Ortschaftsrat den Kürbismeister der Gemeinde Callenberg gesucht und gefunden. Wegen der Coronalage reduzierte sich das Fest zwar nur auf das Kürbiswiegen. Doch selbst das zog rund 100 Wettbewerbsteilnehmer und Neugierige ins Gelände an der Kommunalen Begegnungsstätte Reichenbach. Während um das Haus der Duft von Rostbratwurst waberte, kämpften Wienhold und Schubert mit den gewaltigen Wettbewerbexemplaren und ihren Bandscheiben. Für den rekordverdächtigen Siegerkürbis reichte diesmal fast die Waage nicht. Der etwas deformierte Kürbis musste mit der schmaleren Seite nach unten gewuchtet werden, damit er auf die Waage passte. Danach war der Jubel bei Yvette und Sven Ohlendorf groß. Die Sieger durften sich über einen nagelneuen Grillwagen freuen. "Gar nicht so verkehrt, da haben wir jetzt einen in Reserve", sagte Yvette Ohlendorf. Sie hatte aus den Samen des Siegerkürbisses vom Vorjahr drei Pflanzen in Töpfen vorgezogen. Ein Erfolgsgeheimnis hat sie nicht. Das Rezept ist einfach: ein knackiger Komposthaufen, ein grüner Daumen und jede Menge Wasser. Letzteres kam in diesem Jahr reichlich von oben. "Wir haben die Pflanzen einfach auf den Komposthaufen gesetzt, bisschen Schneckenkorn drumherum und wachsen lassen." Nur Tochter Hannah griff anfangs auch mal nach der Gießkanne. Dass die Familie bei ihrer ersten Teilnahme gleich den Sieg abräumen würde, hätte auch die Elfjährige nicht erwartet.

Platz zwei ging an Silke Lindner aus Langenchursdorf. Ihr Kürbis brachte es auf 80,3 Kilogramm - dank Pferdemist, wie die Gemeinderätin berichtete. Sie darf nun mal auf der Kartbahn in der Arena E in Niedermülsen kostenlos Gas geben. Platz drei schnappte sich Johannes Rudolph aus Langenchursdorf. Sein 61,6-Kilogramm-Kürbis brachte ihm einen Essensgutschein in "Beierleins Landgasthof" ein. Auch die Plätze vier und fünf steuerten noch Exemplare bei, die knapp über einen Zentner wogen. Schülerin Stella Löffler aus Falken kann nun bei ihrer nächsten Geburtstagsfeier mit einer Zuckerwatte-Maschine punkten. Und Katrin Reimann aus Meinsdorf bekam als Fünftplatzierte einen Gutschein für Fußpflege.

Fast hätte eine Nachlieferung das Klassement noch einmal durcheinandergewürfelt. Denn kurz vor der Siegerehrung erreichte Moderator Jens Wienhold ein Anruf, dass noch ein Kürbis zum Veranstaltungsgelände unterwegs sei. Er werde mit dem Traktor angeliefert, hieß es. Nach bangen Minuten war das Gelächter groß, als ein elektrischer Spielzeugtraktor mit Anhänger um die Ecke bog. Der Kürbis darin war einer von der leichteren Sorte. Die insgesamt 18 Wettbewerbsexemplare, die auf der Wiese ausgebreitet reihenweise die Hobbyfotografen anzogen, brachten es auf ein Gesamtgewicht von 695,95 Kilogramm. Das ist nur etwas mehr als der Siegerkürbis der Offenen Sächsischen Kürbismeisterschaft, die am 19. September in Ludwigsdorf über die Bühne gegangen ist, auf die Waage brachte. Die Siegerfrucht eines Züchters aus dem brandenburgischen Großthiemig wog 681 Kilogramm.

"Für solch ein Monster hätten wir gar keine Waage", so Reichenbachs Ortsvorsteher Günter Vogel. Er kennt das Schicksal der meisten Wettbewerbsexemplare: "Marmelade, Suppe, Kompott. Mit denen, die niemand wieder mitnimmt, bestücken wir eine kleine Ausstellung."

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