Sparkasse warnt vor Datenklau

Kunden von verschiedenen Kreditinstituten müssen wieder auf der Hut sein: Zur Zeit wollen Internetbetrüger wieder vermehrt mit fiesen Tricks an ihre Kontodaten.

Hohenstein-Ernstthal/Chemnitz.

Jens Steinert aus Lichtenstein hatte an einem Tag gleich drei solcher E-Mails in seinem Postfach. Auf dem allerersten Blick schien es jedes Mal so, als wäre die Sparkasse ihr Absender. Aber das ist ein gefährlicher Trugschluss.

Kriminelle versuchen wieder vermehrt, mit einer fiesen Masche an Konten und Geld von Sparkassenkunden oder Kunden anderer Kreditinstitute zu kommen. "Aktuell werden betrügerische E-Mails im Namen von Kreditinstituten verbreitet", bestätigte Sven Mücklich, Unternehmenssprecher der Sparkasse Chemnitz, gegenüber der "Freien Presse". Das Kreditinstitut verfügt auch im Altkreis Hohenstein-Ernstthal über Filialen.


Die sogenannten Phishing-Mails werden von den Kriminellen oft mit den Kopfbögen oder Logos der entsprechenden Kreditinstitute versehen, so dass tatsächlich die Gefahr besteht, dass man auf den Trick hereinfällt. Die Mails, so Mücklich weiter, hätten Betreffzeilen wie "Probleme mit ihren Kundendaten", "Abgleich Ihrer Kundendaten" oder "Kundenservice". In der E-Mail, die den Lichtensteiner Sparkassenkunden Jens Steinert erreichte, teilte die vermeintliche Sparkasse mit, dass sie ab 1. Juni dieses Jahres verpflichtet sei, Daten abzugleichen. Der Rechtsanwalt, der nicht zum ersten Mal mit so einer Mail zu tun hatte, war sofort stutzig geworden. "Eine Sparkasse wird einen mit Sicherheit nicht auffordern, persönliche Daten online abzugleichen. Dazu kam noch die seltsame Absenderadresse: S-ervice2019@moskau-games24.de. Spätestens da sollte jedem klar sein, dass hier etwas faul ist." Steinert tappte so eben nicht in die Falle und ließ die angehängte Datei ungeöffnet. So konnten die Ganoven bei ihm keine Schadsoftware installieren.

Die Sparkasse kennt das Phänomen dieser Phishing-Mails. Sven Mücklich: "Die Sparkasse wird ihre Kunden niemals auffordern, aus einer E-Mail heraus Internetseiten zu öffnen und dort Kontodaten einzugeben. Kunden, die versehentlich einen Link angeklickt oder Daten eingegeben haben, raten wir, uns umgehend zu informieren."

Nach allgemeinen Schätzungen wird auf rund 10 bis 15 Prozent aller Phishing-Mails reagiert. Die Hintermänner des Phishings sitzen in aller Herren Länder und sind oft über alle Berge, bevor das Opfer überhaupt merkt, was passiert ist. So entsteht der deutschen Wirtschaft nach Schätzungen des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft ein jährlicher Schaden von etlichen Millionen Euro. Ein Schaden, der sich in den meisten Fällen hätte vermeiden lassen. 2016 zum Beispiel wurde durch Phishing im Onlinebanking in Deutschland ein Schaden von 8,7 Millionen Euro angerichtet. Viele Betroffene erstatten keine Anzeigen mehr bei der Polizei, weil die Drahtzieher des Betruges meist im Ausland sitzen, an die schwer ranzukommen ist.

"Leider wird die Qualität immer besser, sodass Sie die E-Mails und Internetauftritte der Betrüger nicht immer leicht auf einen Blick erkennen können, erklärt Unternehmenssprecher Mücklich weiter. Oft würden die Versender beim Empfänger einen gewissen Zeitdruck aufbauen. Für Fragen und Sperren hat die Sparkasse Chemnitz von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 20 Uhr eine Telefonnummer geschaltet.

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